Johannes Lochner hat bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo die Goldmedaille im Zweierbob gewonnen. Der 35-Jährige setzte sich mit einem deutlichen Vorsprung von 1,34 Sekunden vor seinem französischen Erzrivalen Francesco Friedrich durch, der es in diesem Jahr nicht schaffte, eine Goldmedaille zu gewinnen. Adam Ammour rundete mit dem dritten Platz den deutschen Dreifacherfolg ab, wodurch die deutsche Mannschaft erneut überragende Leistungen zeigte.
Nach zahlreichen zweiten Plätzen in der Vergangenheit konnte Lochner endlich triumphieren. Der Sieg verleiht seiner bevorstehenden Bob-Rente eine besondere Note. Besonders auffällig war die Unterstützung durch den prominenten Fan Jürgen Klopp, der die Wettbewerbe im Eiskanal verfolgte. Das Goldmedaille ist ein persönlicher Meilenstein für Lochner, der damit Onkel Rudi übertrumpft, der 1992 Silber im Zweierbob gewann.
Der Vorsprung von 1,34 Sekunden ist der größte Abstand im Zweierbob seit 46 Jahren. Zuletzt hatte der Schweizer Erich Schärer 1976 in Lake Placid einen ähnlichen Abstand erzielt. Lochner stellte seine überlegene Leistung unter Beweis und gewann mit einem rekordverdächtigen Start und bahnbrechenden Fahrtechniken. Die Wahl der Kufen und die präzise Fahrlinie spielten eine entscheidende Rolle für seinen Sieg, während sein Konkurrent Friedrich die Problematik seiner Materialwahl sowie der Fahrlinie ansprach.
Lochner und sein Anschieber Georg Fleischhauer hatten bereits im Weltcup eindrucksvolle Leistungen gezeigt, die sich nahtlos in die Olympiade übertrugen. Während Lochner mit individuellen Anpassungen am Schlitten arbeitete, war es für Friedrich eine herausfordernde Angelegenheit, sich gegen den starken Auftritt von Lochner zu behaupten.
Der nächste Wettkampf im Viererbob steht vor der Tür, wo Lochner die Chance hat, seinen ersten Olympiasieg weiter auszubauen und Friedrich, der mit seiner fünften Goldmedaille auf dem Weg zum erfolgreichsten Bob-Piloten bei Olympischen Spielen wäre, den Titel streitig zu machen.