Die Vorsitzenden der Jungen Union und der Jusos zeigen sich offen für eine Reform des Sexualstrafrechts in Deutschland. Johannes Winkel, der Vorsitzende der Jungen Union, äußerte am Montag gegenüber dem Nachrichtensender ntv, dass er jedem Vorschlag zur Verbesserung des Schutzes von Frauen gegenüber auf sexueller Gewalt offen gegenüberstehe. Philipp Türmer, der Vorsitzende der Jusos, erwähnte, dass viele europäische Länder bereits fortschrittliche Regelungen in diesem Bereich implementiert hätten und es an der Zeit sei, dass Deutschland diesen Beispielen folge.
Im Fokus der Diskussion steht das sogenannte „Nur Ja heißt Ja“-Modell, welches angeregt wird, um das derzeit geltende „Nein heißt Nein“-Modell zu ersetzen. Mit diesem neuen Ansatz würde das Fehlen einer klaren und freiwilligen Zustimmung zu einer sexuellen Handlung als zentrales Kriterium für die Strafbarkeit gelten. Derzeit sind sexuelle Handlungen nur dann strafbar, wenn sie gegen den erkennbaren Willen einer Person durchgeführt werden.
Beide Politiker kritisieren, dass Deutschland in diesen rechtlichen Fragen hinter anderen europäischen Ländern zurückbleibt, was Türmer als beschämend empfindet. Diese Gespräche haben wieder neue Impulse zur Reform des Sexualstrafrechts ins Rollen gebracht.