In Würzburg wählen die katholischen Bischöfe am Dienstagvormittag einen neuen Vorsitzenden. Die Wahl findet während der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz statt, wobei der Nachfolger des amtierenden Bischofs Georg Bätzing um 11.30 Uhr präsentiert werden soll.
Derzeit gibt es keine offiziellen Nachfolge-Kandidaten. Erwähnte Anwärter sind Udo Bentz aus Paderborn, Peter Kohlgraf aus Mainz, Franz-Josef Overbeck aus Essen, Heiner Wilmer aus Hildesheim und Michael Gerber aus Fulda. Bätzing, der seit 2020 im Amt ist, hat angekündigt, nicht erneut zu kandidieren, nachdem er zunehmend Widerstand innerhalb der Bischofskonferenz erfahren hat.
Bätzing erklärte, dass es bei der Wahl keine politischen Auseinandersetzungen wie in anderen Bereichen gebe. Die Wahl erfolgt geheim, und in den ersten beiden Wahlgängen ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich, danach reicht eine einfache Mehrheit. Bei 56 anwesenden Bischöfen wären dafür 29 Stimmen nötig.
Die Wahlen spiegeln eine tiefere Spaltung innerhalb der Bischofskonferenz wider. Eine Gruppe konservativer Bischöfe hat wiederholt Reformversuche untergraben und versucht, den Vatikan zur Unterstützung ihrer Positionen zu mobilisieren. Sie sind gegen eine engere Zusammenarbeit mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), das auch Laienvertreter umfasst. Bätzing hat den reformistischen Ansatz des Synodalen Wegs, der auf diese Zusammenarbeit abzielt, vorangetrieben.
Die Entscheidung über den neuen Vorsitzenden hat weitreichende Folgen für die katholische Kirche in Deutschland, da sie nicht nur die zukünftige Richtung der Reformen gestalten könnte, sondern auch das öffentliche Bild der Kirche prägt. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller äußerte, dass es im Reformlager Bedauern über Bätzings Rückzug gibt, da dessen Position für die katholische Kirche in Deutschland symbolisch von Bedeutung ist.