Thüringens Finanzministerin Katja Wolf hat das BSW davor gewarnt, in Sachsen-Anhalt die AfD zu unterstützen. Vor der konstituierenden Sitzung des Landtags sagte Wolf ntv, das BSW werde der AfD erstmals zum Vorsitz über ein Landesparlament verhelfen, wenn es sie unterstützt.
Wolf hielt es für falsch, der AfD den Landtagspräsidenten zu überlassen. Das Amt sei aus ihrer Sicht eine sehr machtvolle Position.
Auch die angekündigte Kandidatur des AfD-Politikers Ulrich Siegmund für das Ministerpräsidentenamt im Dezember kritisierte sie. Eine Enthaltung des BSW in einem möglichen dritten Wahlgang sei nichts anderes als eine De-facto-Zustimmung, sagte Wolf.
Im neu gewählten Landtag von Sachsen-Anhalt verfügen die AfD und die übrigen Fraktionen jeweils über 39 Sitze. Damit kommt dem BSW eine zentrale Rolle bei der Wahl des Landtagspräsidenten und später bei der Regierungsbildung zu.
Die konstituierende Sitzung gilt als erster Test dafür, ob das BSW der AfD institutionelle Unterstützung gewährt. Das BSW schließt eine Koalition mit der AfD zwar aus, führt aber Sondierungen mit ihr und prüft zugleich Kontakte zu SPD, Grünen und Linken.
Wolf sagte zudem, zwei verschiedene politische Modelle seien aufeinander zugerast. Mit Blick auf ihren Wechsel von der Linken zum BSW erklärte sie, sie habe diesen Schritt nie bereut und sich nicht vorgestellt, dass sich das Projekt zu einem autoritär geführten Vorhaben entwickeln werde.
Mit Thüringen Gerecht wolle sie nach eigenen Angaben Menschen ansprechen, die sich politisch nicht gesehen fühlten und den Eindruck hätten, durchs Netz zu fallen. Ein über Thüringen hinausgehendes Projekt mit Namen wie Sachsen Gerecht, Berlin gerecht oder Saarland Gerecht könne sie sich ebenfalls vorstellen.