Der THW Kiel und die MT Melsungen haben sich im Halbfinale der Handball-European-League durchgesetzt und stehen nun im Endspiel. Kiel gewann am Samstag beim Final Four in Hamburg gegen Montpellier HB aus Frankreich mit 29:28 (15:12) und konnte damit die Niederlage aus dem Vorjahr, als man 31:32 unterlag, wettmachen. Vor 11.023 Zuschauern entwickelte sich die Partie zu einem spannenden Duell.
Im anderen Halbfinale gelang den Melsungen ein deutlicher 37:30 (15:14)-Sieg gegen die SG Flensburg-Handewitt. Dies stellt eine Revanche für die Nordhessen dar, die im Vorjahr in der Verlängerung mit 34:35 verloren hatten. Das Finale findet am Sonntag um 18:00 Uhr statt und der Sieger erhält wahrscheinlich einen Platz in der Champions League.
In Kiel zeigte Eric Johansson eine herausragende Leistung und war mit sechs Toren der beste Werfer. Für Montpellier brachte David Balaguer es auf acht Treffer. Das zweite Halbfinale sah mehrere Schlüsselspieler besonders in Form, darunter Dainis Kristopans mit neun Toren für Melsungen und Simon Pytlick, der achtmal für Flensburg traf.
Der THW Kiel fand erst spät in die Partie, nachdem Montpellier zwischenzeitlich in Führung lag. Lukas Laube brachte Kiel in Unterzahl auf 12:8 (21.). Andreas Wolff, der Torwart, war ein entscheidender Faktor für die Kieler Defensive. Der Ausgleich im zweiten Abschnitt fiel nach 37 Minuten mit 16:16. Kiel reagierte mit einer riskanten Taktik, die den siebten Feldspieler einsetzte, und drehte das Spiel in der Schlussphase.
Melsungen musste in ihrem Halbfinale frühzeitig einen Rückschlag hinnehmen. David Mandic erhielt für ein Foul gegen Marko Grgic die Rote Karte, was das Team jedoch nicht aus dem Konzept brachte. Kristopans brachte Melsungen in der 45. Minute mit einem Treffer ins leere Tor auf 29:22 und sorgte damit für eine Vorentscheidung.
Das Endspiel am Sonntag verspricht, ein hart umkämpftes Duell zu werden, das die gesamte deutsche Handballgemeinschaft in Atem halten wird.