Baden-Württembergs scheidender Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich gegen eine Zusammenarbeit der Grünen mit der Linkspartei ausgesprochen. In einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ äußerte Kretschmann, dass er „strikt gegen eine Zusammenarbeit“ sei, insbesondere im Hinblick auf mögliche Koalitionen in Berlin, wo die Linkspartei nach den anstehenden Wahlen im Herbst Teil eines Bündnisses mit Grünen und SPD werden könnte.
Kretschmann betonte, dass man mit der Linkspartei zwar punktuell kooperieren könne, jedoch nicht grundsätzlich. Er warnte: „Mit Extremisten sollte man nicht kooperieren.“ Seiner Ansicht nach sei die Gefahr der Partei, Illusionen zu erzeugen. Diese Illusionen könnten langfristig nicht weniger gefährlich sein als offen demokratiefeindliche Bestrebungen.
Der scheidende Ministerpräsident, der sich nicht mehr um einen Platz auf der Grünen-Liste für die Landtagswahlen am 8. März bewirbt, riet seiner Partei, ein breites Publikum anzusprechen. „Wenn wir versuchen würden, mit linken Sprüchen die Linkspartei zu überholen, würde das nicht gelingen“, so Kretschmann. Er kritisierte einen Teil seiner Parteifreunde, der mit immer größeren Zielen konkurriere, während er darauf hinwies, dass es auch wichtig sei, über die Erreichung dieser Ziele zu sprechen. Zum Abschluss forderte er ein Umdenken in der Politik: „In der Politik zählt der Erfolg.“