Der frühere Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat erklärt, dass er ein Gesetzespaket, das die 33 Empfehlungen der Rentenkommission umfasst, nicht unterzeichnen würde. Diese Äußerung machte er gegenüber dem „Tagesspiegel“ und kritisierte insbesondere die Einbeziehung der Selbstständigen sowie die geplante Erhöhung der Rentenversicherungsbeiträge durch die Kapitalrente. Lindner äußerte, dass die Einbeziehung der Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung das demografische Problem nicht lösen, sondern vielmehr verschärfen würde.
Lindner steht damit im Widerspruch zu Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), die das Rentenpaket als ein „Gesamtkunstwerk“ betrachten. Er selbst beschrieb die Vorschläge eher als „gutes Werkstück“, und reflektierte, dass der Vorschlag der Alterssicherungskommission zwar einige Rückschritte enthalte, jedoch auch Impulse für Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit gebe.
Dem ehemaligen FDP-Vorsitzenden liegt viel daran, die politischen Prozesse und deren Ergebnisse abzuwarten. Während er die Initiative zur Rentenreform als spannend erachtet, hat er persönlich kein Interesse daran, sich intensiv damit zu beschäftigen.
Lindner zog in seinem Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ den Schluss, dass er neue, intellektuell herausfordernde Aufgaben künftig bevorzugen werde.