Der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete Alfred Sauter, der im Zusammenhang mit der Masken-Affäre von Vorwürfen der Bestechlichkeit entlastet wurde, kritisiert die Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft sowie die Reaktion der bayerischen Landesregierung scharf. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ äußerte Sauter, dass es keinen Anfangsverdacht gegeben habe, der die Durchsuchungen und das Einfrieren seiner Konten gerechtfertigt hätte.
Sauter berichtete von einem massiven Einsatz der Ermittlungsbehörden, bei dem mehr als 50 Personen, inklusive Medienvertreter, an mehreren Standorten, darunter seine Kanzlei, beteiligt waren. Die Begründung für die Razzien sei, laut Sauter, unzulänglich gewesen. Er warf der Generalstaatsanwaltschaft vor, ihre Kompetenzen überschritten zu haben und sich in die legislative Sphäre eingemischt zu haben.
Die Kritik richtet sich außerdem gegen seine Parteikollegen, insbesondere CSU-Chef Markus Söder. Sauter fühlte sich von Söder verlassen und erinnerte daran, dass dieser ihm früher für seine Dienste beim Masken-Import gedankt hatte. Er stellte in Frage, warum die bayerische Staatsregierung nicht selbst Masken beschafft habe, da der Freistaat über Verbindungsbüros in China verfüge.
In der Zeit der Pandemie hatte Sauter der Landesregierung angeboten, Masken aus China zu beschaffen, wofür er eine Vermittlungsprovision von 1,243 Millionen Euro erhielt, die er eigenen Angaben zufolge gespendet hat. Die Vorwürfe führten letztlich zu seiner Absetzung aus der Landtagsfraktion. Gerichte, inklusive des Bundesgerichtshofs, haben die gegen ihn erhobenen Vorwürfe der Bestechlichkeit und der Bestechung von Abgeordneten weitreichend zurückgewiesen.