Bundeskanzler Friedrich Merz hat die Entscheidung verteidigt, das deutsch-französische Projekt zur Entwicklung eines gemeinsamen Kampfjets der sechsten Generation zu beenden. Bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin erklärte Merz, dass er und der französische Präsident Emmanuel Macron sich gemeinsam bemüht hätten, die beteiligten Unternehmen zu einer Einigung zu bewegen. Nach mehreren Anläufen und einem Mediationsverfahren sei man zu dem Schluss gekommen, dass eine Einigung nicht möglich sei.
Merz äußerte, dass diese Realität anerkannt werden müsse. Am Freitag hätten er und Macron vereinbart, den Bau des geplanten Kampfflugzeugs nicht weiter zu verfolgen. Diese Entscheidung befreit die Industrie von einer langjährigen Blockade und eröffnet neue Möglichkeiten für den Bau moderner Kampfflugzeuge. Dennoch soll der Kern des Future Combat Air System (FCAS) als europäisches „System der Systeme“ weiterhin verfolgt werden. Deutschland und Frankreich werden also auch in Zukunft in Verteidigungsfragen zusammenarbeiten.
Die Entscheidung wird als bedeutend für die europäischen Verteidigungsanstrengungen gewertet, da sich die beiden Länder in Bezug auf militärische Kooperationen neu orientieren müssen. Der angepeilte gemeinsame Weg zur Entwicklung einer neuen Luftkampftechnologie stößt damit auf Herausforderungen, die für die Zukunft der europäischen Rüstungsprojekte entscheidend sein könnten.