Der einrichtungseinheitliche Eigenanteil (EEE) für Pflegeheimbewohner hat im Jahr 2026 die Marke von 1.104 Euro erreicht, was nur unwesentlich geringer ist als der durchschnittliche Rentenzahlbetrag von 1.154 Euro. Dies geht aus einer Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor, über die das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet.
Im Jahr 2024 lag der EEE bei 920 Euro. Die zuletzt gemeldeten Werte zeigen einen Anstieg auf 1.028 Euro im Jahr 2025. Jedoch ist der tatsächliche Eigenanteil, den Pflegebedürftige in der Regel für einen Platz in einem Pflegeheim zahlen müssen, deutlich höher und belief sich zuletzt auf durchschnittlich 3.245 Euro pro Monat.
Das Gesundheitsministerium erklärte, dass aus niedrigen Altersrenten in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht auf ein allgemeines niedriges Alterseinkommen geschlossen werden könne, da auch andere Einkommensquellen und der individuelle Haushaltskontext eine Rolle spielen. Es wurde betont, dass es in Fällen mit geringen Renten oft Ansprüche auf weitere soziale Sicherungssysteme gibt, die statistisch nicht erfasst sind.
Evelyn Schötz, die Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag für Pflege und psychische Gesundheit, äußerte schwere Bedenken. Sie wies auf die Problematik hin, dass Pflegebedürftigkeit die Renten der Betroffenen stark belaste und somit finanzielle Sicherheiten gefährde. Statt diese Problematik anzugehen, übte sie scharfe Kritik an der Regierung, die sie als untätig und irreführend bezüglich der veröffentlichten Zahlen bezeichnete.
Schötz forderte eine Senkung der Eigenanteile und eine umfassende Übernahme der Pflegekosten durch eine Pflegevollversicherung. Sie argumentierte, dass dies realisierbar sei, wenn der Beitragsdeckel für wohlhabendere Personen aufgehoben und zusätzliche Finanzierungsquellen wie Mieten oder Renditen herangezogen würden.