Vertreter des Mittelstands kritisieren den bevorstehenden Ausschluss von deren Interessenvertretern beim Spitzentreffen im Kanzleramt am Mittwoch. An diesem Treffen wird Bundeskanzler Friedrich Merz mit den Spitzen der Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände über anstehende Reformen beraten. Der Bundesgeschäftsführer des Mittelstandsverbandes BVMW, Christoph Ahlhaus, äußerte Unverständnis über die Entscheidung der Bundesregierung, erneut die Stimmen kleiner und mittlerer Unternehmen außen vorzulassen.
In einer gemeinsamen Stellungnahme von BVMW und zehn weiteren Verbänden wird betont, dass das Treffen in einer Phase wirtschaftlicher Stagnation und Unsicherheit stattfindet. Die Verbände fordern einen offenen und realitätsnahen Wirtschaftsdialog und kritisieren, dass wesentliche Anliegen der mittelständischen Wirtschaft bislang unbeachtet bleiben. Dazu zählen ein spürbarer Bürokratieabbau, eine Reform der Einkommenssteuer und mehr Flexibilität im Arbeitsrecht.
Der Mittelstandsverband appelliert an die Bundesregierung, die Interessen aller Wirtschaftssektoren zu berücksichtigen. Die bisherigen Vereinbarungen der Regierung, wie die gescheiterte 1.000-Euro-Prämie, seien nicht auf die Realitäten des Mittelstands abgestimmt gewesen. Die Sorge um die Relevanz und Repräsentativität der Mittelstands-Themen wächst unter den Beteiligten.