Nebenklage fordert im Klette-Prozess elf Jahre Haft für Angeklagte

Nebenklage fordert im Klette-Prozess elf Jahre Haft für Angeklagte

Mai 12, 2026
1 min. lesezeit

Im Prozess gegen Daniela Klette, eine frühere RAF-Terroristin, hat ein Anwalt der Nebenklage elf Jahre Haft für die Angeklagte gefordert. Klette wird beschuldigt, am 6. Juni 2015 in Stuhr bei Bremen einen bewaffneten Überfall auf einen Geldtransporter begangen zu haben. Der Anwalt argumentierte vor dem Landgericht Verden, dass die Tat als versuchter schwerer Raub zu werten sei, auf Grundlage einer Einschätzung des Gerichts, das möglicherweise auf eine Einstufung als versuchten Mord verzichtet.

Laut den Angaben des Anwalts war der Fahrer des Geldtransporters, der zum Zeitpunkt des Überfalls fast eine Million Euro transportierte, extrem traumatisiert. Er sei während des Überfalls beschossen worden und habe Todesangst verspürt. Der Anwalt schilderte die nachhaltigen psychischen Folgen für das Opfer, das bis heute unter den Auswirkungen der Tat leide und nicht arbeitsfähig sei.

Im Laufe des Verfahrens wandte sich der Anwalt mehrmals direkt an Klette, die von Unterstützern im Publikum Beifall erhielt. Er kritisierte sie dafür, dass sie ihrer eigenen politischen Vergangenheit und nicht der Schwere der Raubüberfälle Priorität einräume. Der Anwalt stellte fest, dass Klette keine Reue oder Mitgefühl für die Opfer zeige und wirkte, als sei sie in ihre eigene Perspektive gefangen. Klette plant, im Anschluss an das Plädoyer eine eigene Verteidigungsrede zu halten.

Die Anklage gegen Klette besagt, dass sie zusammen mit mutmaßlichen Komplizen zwischen 1999 und 2016 maskiert und bewaffnet zahlreiche Überfälle auf Geldtransporter und Supermärkte durchgeführt hat, bei denen mehr als zwei Millionen Euro erbeutet wurden. Klette wurde im März 2025 in Berlin festgenommen und steht seitdem in Niedersachsen vor Gericht.

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