Vor der konstituierenden Sitzung des Landtags von Sachsen-Anhalt haben in Magdeburg mehrere hundert Menschen gegen die AfD protestiert. Zugleich hat die Partei ihren bisherigen Parlamentarischen Geschäftsführer Tobias Rausch als Kandidaten für das Amt des Landtagspräsidenten benannt, das BSW sagte zu, ihn ebenfalls zu wählen.
Auf dem Domplatz lasen Demonstranten am Dienstag das Grundgesetz vor. Der Magdeburger Dom wurde mit politischen Botschaften angestrahlt; zu den Projektionen gehörten die Sätze „Nie wieder ist jetzt“ und „So hat es schon mal angefangen“.
Die Aktionen richteten sich gegen den politischen Einfluss der AfD im neuen Landtag. Bei der ersten Sitzung soll ein Landtagspräsident gewählt werden.
Die AfD ist mit 39 von 83 Abgeordneten die stärkste Fraktion und hat damit das Vorschlagsrecht für das Präsidentenamt, aber keine eigene Mehrheit. Für die Wahl genügt die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen.
Das BSW verfügt über fünf Abgeordnete und kann damit den Ausschlag geben, wenn andere Fraktionen den AfD-Kandidaten geschlossen ablehnen oder sich enthalten. Der Landtagspräsident leitet die Plenarsitzungen, wahrt die parlamentarische Ordnung und vertritt das Parlament nach außen.
Die Wahl des Präsidenten ist von der späteren Regierungsbildung getrennt. Mit ihr werden bei der konstituierenden Sitzung zunächst die inneren Abläufe des Parlaments festgelegt.
