Tobias Rausch ist zum Präsidenten des Landtags von Sachsen-Anhalt gewählt worden. Der AfD-Politiker ist damit der erste Vertreter seiner Partei an der Spitze eines deutschen Landesparlaments.
In geheimer Abstimmung erhielt Rausch 48 Ja-Stimmen. 29 Abgeordnete votierten gegen ihn, fünf enthielten sich.
AfD und BSW kommen zusammen auf 44 Sitze. Woher die zusätzlichen Stimmen kamen, bleibt wegen der geheimen Wahl offen.
In seiner ersten Rede sagte Rausch, er wolle das Amt nicht als Präsident einer Fraktion führen, sondern als Präsident des gesamten Parlaments. Für alle müssten die gleichen Regeln gelten, sagte er.
SPD, Grüne und Linke hatten angekündigt, gegen Rausch zu stimmen. Die CDU-Fraktionsführung empfahl Enthaltung.
Vor dem Landtag protestierten Hunderte Menschen gegen eine Zusammenarbeit mit der AfD. Die Wahl lenkt zugleich den Blick auf die für Dezember geplante Ministerpräsidentenwahl in Sachsen-Anhalt.
Die neue Zusammensetzung des Parlaments verändert auch die Arbeitsweise im Plenarsaal. AfD-Abgeordnete sitzen künftig nicht mehr am rechten Rand, sondern in der Mitte des Saals.
Der Landtag trat mit einer deutlich kleineren Frauenquote zusammen als zuvor. Alterspräsidentin Eva von Angern bezifferte den Anteil der Frauen im neuen Parlament auf 21,7 Prozent.
