Russland hat in der Nacht zum Sonntag die Ukraine mit einer intensiven Welle von Raketenangriffen überzogen. Laut Informationen der Nachrichtenagentur Interfax wurden dabei die Waffensysteme Oreschnik, Iskander, Kinschal und Zirkon eingesetzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezichtigte Russland, Hyperschallraketen bei den Attacken verwendet zu haben.
Die Angriffe richteten sich nach russischen Angaben gegen militärische Kommandozentralen, Luftwaffenstützpunkte und Rüstungsbetriebe. Demgegenüber berichtete Kiew von Angriffen auf zivile Ziele. Bei den Attacken wurden laut offiziellen ukrainischen Quellen mindestens 83 Menschen verletzt, vier davon sollen ums Leben gekommen sein. Insgesamt wurden 600 Drohnen und 90 Raketen eingesetzt, wobei der Hauptfokus auf Kiew lag.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftangriffe seien eine Reaktion auf ukrainische Angriffe auf zivile Ziele in Russland. Russische Beamte hatten zuvor von 18 Toten infolge eines ukrainischen Drohnenangriffs auf ein Studentenwohnheim in der von Russland kontrollierten Region Luhansk berichtet. Die Ukraine wies diese Verantwortung zurück und erklärte, dass ihr Angriff auf militärische Ziele ausgerichtet gewesen sei.
Die bei den Angriffen verwendete Oreschnik-Mittelstreckenrakete kann sowohl nukleare als auch konventionelle Sprengköpfe tragen und war unter dem inzwischen aufgehobenen INF-Vertrag verboten.