Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein (CDU) äußerte sich zur bevorstehenden Fußball-Weltmeisterschaft und erwartet darin keinen grundlegenden Stimmungsumschwung in der Bevölkerung. Die Ministerin unterstrich, dass die politische Reformarbeit Vorrang habe. In einem Interview mit RTL und ntv erklärte sie, dass viele Bürger die anstehenden Belastungen der Projekte deutlich spüren. „Wir wissen um die Notwendigkeit der Reformen und die damit verbundenen Anstrengungen“, so Schenderlein. Bis zur Sommerpause bleibe viel zu tun, und der Zeitdruck sei erheblich.
Zwar könne eine erfolgreiche Nationalmannschaft eine positive Auswirkung auf die Stimmung haben, doch ersetze dies nicht die Politik. In ihrer Einschätzung betonte Schenderlein, dass die Bürger zwischen Fußball und politischen Handlungen differenzierten.
Die Ministerin verwies auch auf die verbindende Kraft des Turniers im Alltag der Menschen. Sie sagte, dass die Bürger sich auf gemeinsame Erlebnisse wie Public Viewing freuten. Die Bundesregierung habe Regelungen getroffen, die es ermöglichen, auch nach 22 Uhr gemeinsam Fußball zu schauen. Fußball erscheine für viele als ein wichtiges gesellschaftliches Ereignis, das das Gemeinschaftsgefühl stärke. Gleichwohl zeigten Umfragen, dass nur ein Viertel der Deutschen überzeugt ist, dass die WM die allgemeine Atmosphäre im Land verbessern kann.
Schenderlein hob hervor, dass die politische Arbeit in Berlin Priorität habe und die Bundesregierung ihre Aufgaben erfüllen müsse.