Die SPD hat den Vorschlägen von Jens Spahn, dem Unionsfraktionschef, zur Reaktivierung von Atomkraftwerken in Deutschland eine deutliche Absage erteilt. Spahn hatte sich kürzlich für eine erneute Debatte über den Wiedereinstieg in die Kernenergie ausgesprochen, nachdem die letzten Reaktoren in Deutschland abgeschaltet wurden.
Dirk Wiese, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD, äußerte sich in der „Rheinischen Post“ und bezeichnete Spahns Vorstoß als wenig zielführend. Er wies darauf hin, dass die Atomkraft als die teuerste und gefährlichste Energieform gilt und die ungelöste Problematik der Endlagerung für radioaktive Abfälle seit Jahren besteht. Wiese betonte, dass die Zukunft in den erneuerbaren Energien liege, unterstützt durch moderne Gaskraftwerke und Batteriespeicher, die eine verlässliche Lösung für die Energieversorgung bieten.
Spahn argumentierte hingegen, dass es Studien gebe, die nachweisen, dass die stillgelegten Reaktoren mit Investitionen von etwa neun bis zehn Milliarden Euro wieder ans Netz gebracht werden könnten. Diese Diskussion, so Wiese, sei jedoch überholt, und stattdessen gelte es, den Fokus auf zukunftsfähige und nachhaltige Energiequellen zu legen.