Die SPD hat den Vorschlag der Union zur Reform des Staatsbürgerschaftsrechts abgelehnt. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sebastian Fiedler, erklärte, dass die Zusammenarbeit mit der Union auf der Grundlage des Koalitionsvertrages gut funktioniere. Der Unionspolitiker Alexander Throm (CDU) hatte zuvor angeregt, die Einbürgerungsfrist wieder auf acht Jahre zu verlängern und die Zulässigkeit der doppelten Staatsbürgerschaft abzuschaffen.
Die Zahl der Einbürgerungen erreichte im Jahr 2025 mit über 300.000 einen Rekordwert. Fiedler betonte, dass Einbürgerungen nur für straffreie Personen möglich seien, die die deutsche Sprache beherrschen, für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen können und einen Einbürgerungstest ablegen. Dies sei positiv für den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft. Er wies auch darauf hin, dass Betrugsversuche bei der Einbürgerung ernsthafte Konsequenzen haben könnten.
Sandra Detzer, wirtschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, äußerte, dass die hohen Einbürgerungszahlen erfreulich seien und die Notwendigkeit einer vereinfachten Einbürgerung unterstrichen. Rückblickend auf die Zuwanderung 2015 bezeichnete Clara Bünger, Fraktionsvize der Linken, die Entwicklung der Einbürgerungen als positiv und als Zeichen für eine gelungene Integration.
Der stellvertretende innenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Christian Wirth, kritisierte die hohen Einbürgerungszahlen und führte diese auf politische Fehlentwicklungen zurück. Er forderte eine grundlegende Reform des Staatsangehörigkeitsrechts, darunter die Rückkehr zur Mindestaufenthaltsdauer von acht Jahren und strengere Integrationsprüfungen.
Die Diskussion um die Einbürgerungsreform verdeutlicht die unterschiedlichen Ansichten der Parteien in Bezug auf Integration und Staatsbürgerschaft in Deutschland.