Stromversorgung in Reutlingen wiederhergestellt – Ermittlungen zu Brandstiftung laufen weiter

Stromversorgung in Reutlingen wiederhergestellt – Ermittlungen zu Brandstiftung laufen weiter

Juni 9, 2026
1 min. lesezeit

Nach einem Brand in einem Umspannwerk in Reutlingen ist die Stromversorgung für alle Haushalte wiederhergestellt. Weitere Arbeiten sind erforderlich, um die Versorgung für etwa 50 Gewerbekunden im Industriegebiet bis Mittwoch sicherzustellen, bestätigte die FairNetz GmbH. Richard Huber, Leiter der systemübergreifenden Infrastruktur bei Netze BW, äußerte, dass die vollständige Wiederherstellung der Infrastruktur Wochen oder Monate in Anspruch nehmen könnte. Der Gesamtschaden ist derzeit unbekannt, könnte aber in die Millionen gehen.

Während die Stromversorgung größtenteils wiederhergestellt ist, gehen die Ermittlungen nach den Tätern und deren Motiv nur schleppend voran. Ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart erklärte, dass man ergebnisoffen ermittele und bisher keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund oder ein Bekennerschreiben vorlägen. Analysen eines möglichen Brandbeschleunigers und anderer Beweismittel sind im Gange.

Die Ermittlungen werden vom Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geleitet, da eine extremistische Motivation nicht ausgeschlossen wird. Diesbezüglich nennt ein Sprecher, dass bisher keine Bekennung zur Tat bekannt sei.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir betonte, dass kritische Infrastrukturen wie die Stromversorgung nur bedingt geschützt werden können. Nach dem Vorfall prüfe man mögliche Verbesserungen zum Schutz der Infrastruktur. Er lobte die Wichtigkeit der Resilienz, um die Angreifbarkeit zu verringern, jedoch sei es verfrüht, spezifische Schlussfolgerungen aus dem Brand zu ziehen.

Die bisherigen Ermittlungen haben Hinweise auf einen Brandbeschleuniger ergeben, weshalb eine strafrechtliche Untersuchung wegen vorsätzlicher Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe eingeleitet wurde. Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West brach in der Nacht zu Montag aus und führte dazu, dass Zehntausende Menschen zeitweise ohne Strom waren, auch mehrere Einrichtungen, darunter ein Krankenhaus. Aktuell werden Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, um möglichen Plünderungen vorzubeugen, während die Polizei zusätzliche Kräfte in den betroffenen Gebieten einsetzt.

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