Der US-Elektroautobauer Tesla plant, die Produktion im Werk in Grünheide erneut zu erhöhen und zusätzlich 1.000 Mitarbeiter einzustellen. Ab Oktober soll das Produktionsvolumen um 20 Prozent auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche angehoben werden, wie die Geschäftsführung auf einer Betriebsversammlung mitteilte. Mit den neuen Einstellungen, die teilweise auch den Bereich der Batteriezellfertigung betreffen, sollen insgesamt 3.500 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.
Bereits im April hatte Tesla angekündigt, bis Ende Juni rund 1.000 neue Mitarbeiter im einzigen europäischen Werk einzustellen. Die Rekrutierung habe sich über den Juli hinweg gezogen, wobei bereits 700 Neueinstellungen erfolgt seien. Für die Fahrzeugproduktion würde die Mitarbeiterzahl in Grünheide damit von zuletzt 10.700 auf 12.700 steigen.
Zusätzlich plant Tesla, mehr als 1.500 Mitarbeiter für die Batteriezellfertigung einzustellen. Hierfür sind Investitionen in Höhe von etwa 250 Millionen US-Dollar vorgesehen, was rund 220 Millionen Euro entspricht. Diese Maßnahme soll die Voraussetzungen für eine jährliche Produktion von 18 Gigawattstunden an Batteriezellen schaffen. Die Rekrutierung für diesen Bereich sei ebenfalls im Gange, wobei insbesondere Fachkräfte gesucht werden.
Die positive Entwicklung in der Produktion tritt in einen Kontext, in dem Tesla anscheinend einen Absatzeinbruch aus dem Vorjahr überwunden hat. Im Mai 2026 wurden 5.111 Fahrzeuge zugelassen, was einem Anstieg von 322 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Dabei erreichte Tesla einen Marktanteil von 2,1 Prozent in Deutschland. Die geplante Beschäftigungsoffensive könnte auch die Möglichkeit eines Ausbaus der Produktionskapazitäten am Standort vorantreiben.
Die Gigafactory Berlin-Brandenburg startete im Jahr 2022 mit dem Ziel, jährlich 500.000 Fahrzeuge zu produzieren. Durch den angestrebten Ausbau soll die Produktionskapazität langfristig auf eine Million Fahrzeuge verdoppelt werden. Umweltschützer äußern jedoch Bedenken, da die Fabrik teilweise in einem Wasserschutzgebiet liegt. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete das Werk als Jobmotor und bezeichnete die Entwicklungen als Erfolgsgeschichte.