Eine Umfrage der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt, dass eine Mehrheit der Araber in Israel sich heimisch und wirtschaftlich abgesichert fühlt, jedoch Bedenken hinsichtlich ihrer persönlichen Sicherheit äußert. Die Umfrage, die im April und Mai 2026 durchgeführt wurde, befragte 500 arabische Erwachsene in Israel.
Laut den Ergebnissen betrachten etwa 68,3 Prozent der Teilnehmer ihre wirtschaftliche Gesamtlage als gut. Dennoch sehen sich die Befragten mehrheitlich (52 Prozent) durch Gewalt innerhalb ihrer eigenen Gemeinschaft bedroht. Kriegssorgen belasten 22 Prozent der Araber in Israel, während lediglich 8,6 Prozent wirtschaftliche Schwierigkeiten angeben. Die Situation der Palästinenser im Gazastreifen beunruhigt nur 7,4 Prozent.
Rund zwei Millionen arabischstämmige Israelis machen mehr als 20 Prozent der Bevölkerung aus. Über 59 Prozent der Befragten bemängeln die Beziehung zwischen Arabern und Juden in Israel und vermuten, dass diese derzeit „nicht gut“ ist. Trotz dieser Einschätzung glauben 64 Prozent an die Möglichkeit einer arabisch-jüdischen politischen Partnerschaft, auch wenn nur 40 Prozent meinen, dass jüdische Israelis diese ebenfalls unterstützen.
In Bezug auf den israelisch-palästinensischen Konflikt glauben 46,4 Prozent der arabischen Israelis an die Realisierung eines Zwei-Staaten-Lösungsmodells. Eine beachtliche Minderheit von 18,7 Prozent befürwortet die Idee eines einheitlichen Staates, der sowohl von Israelis als auch von Palästinensern bewohnt wird.
Für die bevorstehende Parlamentswahl am 27. Oktober 2026 gaben 50 Prozent an, planmäßig wählen zu wollen. Würden sich die vier arabischen Parteien in Israel zusammenschließen, könnte die Wahlbeteiligung auf einen Rekordwert von 67 Prozent steigen, was ihnen bis zu 16 Sitze in der Knesset sichern könnte. Zudem wünschen sich 77,2 Prozent der Befragten eine arabische Partei in einer künftigen Regierungskoalition.
Die Umfrage wurde mithilfe der Universität Tel Aviv und des Forschungsinstituts „Stat-Net“ realisiert und stellte die Meinungen arabischer Staatsbürger in Israel in den Mittelpunkt.