Umwelthilfe bewertet Hitzeschutz in Offenburg als unzureichend im Vergleich zu Kiel

Umwelthilfe bewertet Hitzeschutz in Offenburg als unzureichend im Vergleich zu Kiel

Juni 9, 2026
1 min. lesezeit

Die Stadt Offenburg hat laut einer aktuellen Analyse der Deutschen Umwelthilfe (DUH) einen erheblichen Nachholbedarf im Hinblick auf die Anfälligkeit gegenüber Hitzewellen. Der als „Hitze-Check“ bezeichnete Bericht stuft Aufbereitungen nach Sommertemperaturen, Bevölkerungsdichte und dem Verhältnis von Beton und Grünflächen ein. Offenburg steht hierbei am Ende der Bewertung, insbesondere aufgrund der niedrigen Anzahl schattenspendender Bäume und Grünflächen.

Insgesamt wurden 195 deutsche Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern untersucht. Kiel und Wuppertal wurden als die am besten geeigneten Städte identifiziert. In diesen Städten wurden in zwei von drei Bewertungskriterien positive Werte festgestellt. Im Gegensatz dazu finden sich im unteren Bereich des Rankings drei Städte aus Baden-Württemberg: Offenburg, Lahr und Mannheim, wobei Mannheim im letzten Jahr bereits die niedrigste Bewertung erhalten hatte.

Mannheim belegt weiterhin die letzten Plätze im „Hitzebetroffenheitsindex“, der Faktoren wie Durchschnittstemperaturen, Bevölkerungsdichte und Flächennutzung berücksichtigt. Neu hinzugekommen sind in diesem Jahr die Entwicklung der Flächenversiegelung seit 2018 und der Anteil der mit Bäumen bewachsenen Flächen, wo Offenburg nur 13 Prozent erreicht. Zum Vergleich, Kiel hat einen Wert von rund 32 Prozent, was die Stadt erheblich besser aufstellt.

Obwohl Kiel die Spitzenposition einnimmt, verzeichnet die Stadt ebenfalls einen Rückgang von etwa 7.500 Bäumen zwischen 2018 und 2025. Insgesamt haben die untersuchten Städte mehr als 900.000 Bäume verloren. Die DUH betont, dass dieser Trend nicht schnell umkehrbar ist, da Bäume Zeit zum Wachsen benötigen.

Weder Kiel noch Wuppertal erhielten grünes Licht bezüglich der Flächenversiegelung. In diesen Städten sind die versiegelten Flächen seit 2018 ebenfalls gestiegen. Die DUH-Geschäftsführerin Barbara Metz fordert daher von der Bauministerin verbindliche Vorgaben zur Entsiegelung und zur Förderung von Stadtgrün in zukünftigen Bauprojekten.

Die Erderwärmung hat Deutschland überdurchschnittlich getroffen; die Temperaturen sind seit der vorindustriellen Zeit um 2,5 Grad gestiegen. Diese Hitzeperioden stellen ein Gesundheitsrisiko dar, insbesondere für ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen, so das Gesundheitsministerium.

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