Die schwarz-rote Koalition aus Union und SPD hat sich auf die Einführung eines Nachfolgemodells zur Riester-Rente verständigt. Ab dem 1. Januar 2027 sollen neue staatliche Förderangebote für die private Altersvorsorge bereitstehen. Ziel ist es, die private Vorsorge für Menschen mit geringem Einkommen und Selbstständige attraktiver zu gestalten.
Die Riester-Rente wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um den Bürgern eine sichere Altersvorsorge zu bieten. Allerdings haben hohe Verwaltungskosten und eingeschränkte Renditechancen dazu geführt, dass viele Sparer ihre Verträge nicht mehr bedienen oder gar kündigen. Ende 2024 waren von knapp 15 Millionen Riester-Verträgen nur 75 bis 80 Prozent aktiv.
In Zukunft sollen Sparer die Wahl zwischen verschiedenen Vorsorgemodellen haben. Finanzminister Lars Klingbeil hat angekündigt, dass weiterhin auch eine 100-prozentige Garantieleistung für eingezahlte Beiträge bestehen bleibt. Neu ist jedoch die Einführung eines Altersvorsorgedepots, das keine Garantien bietet, dafür aber hohe Renditen verspricht. Eine Variante mit 80-prozentiger Garantie wird ebenfalls angeboten, um Versicherern die Möglichkeit zu geben, Kapital gewinnbringender anzulegen.
Die Koalition hat zudem die Förderung für Selbstständige beschlossen, die bisher in der Altersvorsorge oft nicht berücksichtigt waren. Überarbeitungen zur Kostendeckelung bringen die Begrenzung auf 1 Prozent der Effektivkosten, um sicherzustellen, dass hohe Renditen nicht verhindert werden.
Die Staatsförderung wird ebenfalls angepasst. Für jährlich bis zu 360 Euro Eigenbeitrag soll der Staat 50 Cent pro Euro zuschießen, ab 360 bis 1.800 Euro 25 Cent. Die maximale Grundzulage könnte damit auf 540 Euro jährlich steigen. Familien profitieren zudem von einem Kinderzuschlag von 300 Euro pro Kind und Jahr ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro.
Die Umsetzung der Änderungen wird die Staatskasse zusätzlich belasten. Die Aufwendungen für die neuen Fördermöglichkeiten für Selbstständige werden auf rund 370 Millionen Euro geschätzt. Klingbeil betonte, dass die Reform die private Altersvorsorge einfacher und weniger bürokratisch machen werde.
Sobald der Bundestag das neue Gesetz verabschiedet hat, haben bereits bestehende Riester-Verträge weiterhin Gültigkeit, jedoch besteht die Möglichkeit auf ein neues Modell zu wechseln, ohne die bisherigen Förderungen zurückzahlen zu müssen.