Unionspolitiker fordern im Zuge eines offenbar neuen Einbürgerungsrekords in Deutschland verschärfte Einbürgerungsregeln. Alexander Throm, innenpolitischer Sprecher der CDU-Bundestagsfraktion, erklärte, es sei notwendig, die Einbürgerungsfrist auf acht Jahre zu verlängern und die Zulässigkeit der doppelten Staatsbürgerschaft einzuschränken. Diese Maßnahmen seien während der Koalitionsverhandlungen mit der SPD nicht umgesetzt worden.
Throm betonte, dass Ausländer zunächst eine Niederlassungserlaubnis erwerben müssten, bevor eine Frist für die Einbürgerung beginne. Eine Niederlassungserlaubnis ermöglicht einen unbefristeten Aufenthalt in Deutschland, ist jedoch an Bedingungen, wie Beiträge zur Rentenversicherung, gebunden.
Hessens Innenminister Roman Poseck unterstützt ebenfalls diese Forderungen und weist darauf hin, dass die doppelte Staatsbürgerschaft die Integration erschwere. Er fordert eine Begrenzung auf Ausnahmefälle, um das Bekenntnis zur deutschen Staatsbürgerschaft zu stärken.
Die „Welt am Sonntag“ berichtete zuvor, dass im Jahr 2025 mehr als 309.000 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten haben, was über dem Rekord von 292.000 Einbürgerungen im Jahr 2024 liegt. Diese Entwicklung folgte auf die Reform des Staatsangehörigkeitsrechts durch die Ampel-Koalition im Jahr 2024, die die Voraussetzungen für die Einbürgerung erleichterte.
Kritik an den Forderungen von Throm und Poseck kam von der Linken, deren Migrationspolitikerin Clara Bünger die Vorschläge als ungerecht ansah. Sie plädierte dafür, den Zugang zur Staatsbürgerschaft zu erleichtern, anstatt Menschen auf Bewährung leben zu lassen.