US-Entwicklungshilfe-Stopp verschärft humanitäre Notlage für Kinder in Peru

US-Entwicklungshilfe-Stopp verschärft humanitäre Notlage für Kinder in Peru

März 24, 2026
1 min. lesezeit

Peru ist von einer dramatischen Verschärfung der humanitären Lage betroffen, die durch die Streichung von US-Entwicklungshilfe und anderen Förderprogrammen verursacht wurde. Die USA reduzierten ihre finanziellen Mittel für Entwicklungsprojekte in Peru von über 177 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 auf lediglich 56 Millionen US-Dollar im Jahr 2025. Diese Einschnitte haben gravierende Folgen, insbesondere für Kinder, die bereits hohen Risiken wie Gewalt, Kriminalität und Kinderarbeit ausgesetzt sind. Federico Arnillas, Leiter der Entwicklungsprojekte bei den SOS-Kinderdörfern Peru, betont: „Die Hauptleidtragenden sind die Kinder.“

Der illegale Koka-Anbau und die damit zusammenhängenden Kriminalitätsraten sind in den letzten Jahren erheblich angestiegen. Peru zählt zusammen mit Kolumbien und Bolivien zu den größten Produzenten von Kokain weltweit. Laut Arnillas waren die US-Förderprogramme entscheidend für die Bekämpfung des Koka-Anbaus und die Förderung alternativer Anbaumethoden, die vielen Kleinbauern in der einkommensschwachen Region VRAEM Unterstützung boten. Nun sehen sich viele dieser Landwirte gezwungen, wieder auf den Koka-Anbau zurückzugreifen, da andere Einkommensmöglichkeiten fehlen.

Die humanitäre Notlage betrifft nicht nur indigenen Gemeinschaften, sondern auch eine große Zahl geflüchteter Menschen, insbesondere aus Venezuela. Rund 1,6 Millionen Venezolaner leben in Peru, wobei viele einen irregulären Status haben und in prekären Verhältnissen leben. Der Stopp eines US-Programms zur Unterstützung von Migranten hat ihre Lage weiter verschlechtert, da sie oft keinen Zugang zu Bildung oder Gesundheitsversorgung haben. Dies führt dazu, dass die Integration dieser Kinder sowie die von indigenen Kindern, die ebenfalls unter ähnlichen Bedingungen leiden, erheblich behindert wird.

Hilfsorganisationen, die in diesen Bereichen tätig sind, sehen sich zunehmend mit finanziellen Engpässen konfrontiert. Arnillas erklärt, dass viele Programme zur Gewaltprävention und zur Unterstützung von schutzbedürftigen Kindern abgebaut wurden. Um weiterhin Hilfe leisten zu können, sind diese Organisationen auf internationale Fördermittel angewiesen. Die Situation wird durch eine striktere Kontrolle der Zivilgesellschaft durch die peruanische Regierung noch komplizierter. Die SOS-Kinderdörfer fordern dringende internationale Unterstützung, um die bestehenden Lücken zu schließen.

Die SOS-Kinderdörfer dokumentieren in ihrer Serie die Auswirkungen der Auflösung der US-Entwicklungsbehörde USAID auf verschiedene betroffene Länder, darunter auch Kolumbien, Thailand, die Ukraine und Simbabwe. Die Einschnitte in der amerikanischen Entwicklungszusammenarbeit haben direkte und schwerwiegende Folgen für Gesundheitsversorgung, Kinderschutz und humanitäre Hilfe. Eine Studie der Fachzeitschrift „The Lancet“ warnt, dass diese Einschnitte bis 2030 den Tod von bis zu 4,5 Millionen Kindern zur Folge haben könnten.

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