Verdi-Chef Frank Werneke hat mit Protesten gegen die Reformpläne von Bundeskanzler Friedrich Merz gedroht. Anlässlich des kommenden Treffens im Kanzleramt zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften Anfang Juni äußerte Werneke in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“, dass er keinen Raum für Kompromisse sehe, wenn es um den Abbau von Arbeitnehmerrechten gehe.
Er betonte, dass eine Abschaffung des Acht-Stunden-Tages oder eine Erhöhung des Renteneintrittsalters für ihn nicht zur Diskussion stünden. „Es gibt aber für uns Linien, wo wir sagen, da werden wir im Zweifelsfall auch Protest organisieren“, erklärte er. Zugleich forderte er Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge, da derzeit nur die Hälfte der Beschäftigten in Deutschland davon profitieren könne.
Werneke äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der Zukunft der Pflege und des Gesundheitswesens und kritisierte, dass Merz erst nach einem Jahr im Amt eine gemeinsame Gesprächstunde mit den Gewerkschaften und Arbeitgebern einberufe. In früheren Amtszeiten habe es regelmäßig Austauschformate gegeben. Obwohl er die kommende Runde als positiv bewertete, sehe er keine Anzeichen dafür, dass Merz den Konsens mit den Gewerkschaften suche.