Der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Frank Werneke, hat die schwarz-rote Bundesregierung für die gescheiterte Einführung der „Entlastungsprämie“ für Arbeitnehmer kritisiert. Der Bundesrat stoppte die Maßnahme, was laut Werneke nicht überraschend sei. Er bemängelte, dass die Regelung unüberlegt und ohne Einbeziehung der Sozialpartner kommuniziert wurde. Bereits vor der Entscheidung des Bundesrats hätten Arbeitgeber erklärt, die Prämie nicht zahlen zu wollen, darunter auch öffentliche Arbeitgeber. Einige versuchten zudem, die Prämie während Tarifverhandlungen als Ersatz für eine tatsächliche Lohnerhöhung anzubieten, was von Verdi entschieden abgelehnt wird.
Die von der Koalition vorgeschlagene Zahlung von 1.000 Euro würde in der aktuellen wirtschaftlichen Lage nicht ausreichen, betonte Werneke. Die anhaltende Inflation macht die Einmalzahlung wirkungslos, da sie nicht mit den Preissteigerungen Schritt halten kann. Auch die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, äußerte Bedenken. Sie bezeichnete die Prämie als unzuverlässiges Instrument zur Entlastung und forderte eine grundlegende strukturelle Reform des deutschen Sozialstaats. Diese sollte es ermöglichen, Bürger in Krisenzeiten schnell und zielgerichtet zu unterstützen, ohne sie von den Möglichkeiten der Arbeitgeber abhängig zu machen.