EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben am Sonntagabend Péter Magyar zu seinem Wahlsieg in Ungarn gratuliert. Dieser Sieg folgt auf die Niederlage des bisherigen Premierministers Viktor Orbán, der nach 16 Jahren Regierungszeit abtritt. Von der Leyen bezeichnete Ungarn in sozialen Netzwerken als ein Land, das „sich für Europa entschieden“ hat, und sprach von einer Stärkung der Europäischen Union.
Macron äußerte, dass er mit Magyar gesprochen habe und dessen Sieg als Ausdruck der politischen Teilhabe der ungarischen Bevölkerung sowie als Bekenntnis zu den Werten der Europäischen Union sehe. Frankreich beabsichtige, zusammen mit Ungarn ein souveräneres Europa zu fördern, um die Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Demokratie auf dem Kontinent zu unterstützen.
Laut Hochrechnungen des ungarischen Wahlbüros liegt Magyars Partei Tisza klar vorne. Bei einem Auszählungsstand von 77,45 Prozent scheinen sie auf 138 der 199 Sitze im Parlament zu kommen, was einer Zweidrittelmehrheit entsprechen würde. Orbáns reformorientierte Fidesz-Partei, zusammen mit ihrem traditionellen Koalitionspartner KDNP, würde demnach auf nur noch 54 Sitze abstürzen.
In den ungarischen Parlamentswahlen werden 106 Sitze direkt über Erststimmen in Wahlkreisen vergeben. Die restlichen 93 Mandate basieren auf den Listenstimmen der Parteien sowie den Stimmen, die unterlegene Kandidaten erhalten haben.
Mit dem aktuellen Wahlergebnis könnte Ungarn einen politischen Kurswechsel erfahren, der auch Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen Ungarn und der Europäischen Union haben könnte.