Der Parteien- und Wahlforscher Constantin Wurthmann hat die Diskussion um eine mögliche Senkung der Fünf-Prozent-Hürde bei Wahlen scharf kritisiert. In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ äußerte Wurthmann, dass er eine Absenkung als äußerst problematisch erachte und das bestehende Wahlsystem als essenziell für die Vermeidung einer Zersplitterung des Parteiensystems ansehe.
Wurthmann betonte, dass die Tatsache, dass mehrere Parteien unter der Fünf-Prozent-Hürde blieben, kein Anlass zur Nachsicht sei, sondern vielmehr für das Fortbestehen dieser Regelung spreche. Wähler, die sich darüber beklagten, nicht im Parlament vertreten zu sein, sollten ihre Wahlentscheidungen überdenken. Diese Aussagen erfolgten im Kontext einer Debatte, die durch den ehemaligen Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, angestoßen wurde. Dieser hatte in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“ die Auffassung vertreten, dass die Fünf-Prozent-Hürde nicht mehr zeitgemäß sei und eine Absenkung auf drei Prozent befürwortet.
Die Diskussion über die Fünf-Prozent-Hürde ist von erheblicher Bedeutung, da sie zentrale Auswirkungen auf die Zusammensetzung des Bundestages hat und damit die politische Landschaft Deutschlands beeinflusst. Wurthmanns Skepsis spiegelt die Befürchtung wider, dass eine Absenkung der Hürde zu einer unübersichtlicheren und fragmentierteren Parteienlandschaft führen könnte.