Wirtschaftskammer Österreich widerspricht Geplante 30-Prozent-Erhöhung der Alkoholsteuer

Wirtschaftskammer Österreich widerspricht Geplante 30-Prozent-Erhöhung der Alkoholsteuer

Mai 16, 2026
1 min. lesezeit

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) hat scharfen Widerspruch gegen die geplante Erhöhung der Alkoholsteuer um 30 Prozent eingelegt. Diese Maßnahme könnte gravierende Auswirkungen auf den Handel auslösen, insbesondere angesichts der bereits aktuellen finanziellen Belastungen der Konsumenten und der Unternehmen.

Derzeit beträgt die Steuer für Produzenten und Importeure 12 Euro pro Liter reinem Alkohol. Die WKO verweist auf die historische Entwicklung: Eine Erhöhung um 20 Prozent im Jahr 2014 führte zu einem Absatzrückgang von etwa einer Million Litern. Experten warnen, dass eine 30-prozentige Erhöhung noch drastischere Folgen haben könnte, besonders für die Gastronomie und den Tourismus. Der Alkoholmarkt sieht sich einem Ungleichgewicht gegenüber: Während Spirituosen nur 14 Prozent des Gesamtalkoholkonsums ausmachen, tragen sie 45 Prozent zum Steueraufkommen bei. Im Jahr 2025 wurden durch die Alkoholsteuer Einnahmen von rund 145 Millionen Euro generiert.

Zusätzliche Probleme zeigen sich in den aktuellen IMAS-Daten: Nur 58 Prozent der Österreicher bewerten ihre finanzielle Situation als gut, ein Rückgang von 67 Prozent im November des Vorjahres. Vor allem einkommensschwache Haushalte und Einpersonenhaushalte sind betroffen. Die WKO warnt zudem vor weiteren Steuererhöhungen wie der geplanten Paketabgabe von zwei Euro, die kleinere Handelsunternehmen unter Druck setzen würde.

Die Diskussion um die Alkoholsteuer ist Teil eines umfassenderen Konflikts um die Steuerpolitiken in Österreich. Die EU-Kommission empfiehlt die Einführung einer Vermögenssteuer, die zusätzliche Einnahmen von bis zu 6,3 Milliarden Euro generieren könnte. Das oberste Prozent der Bevölkerung besitzt etwa 40 Prozent des Gesamtvermögens, was verstärkt in die politische Debatte einfließt.

Darüber hinaus gestaltet sich die Situation im Online-Handel schwierig: 87 Prozent der Österreicher kaufen bei großen Plattformen wie Amazon, was lokalen Anbietern stark zusetzt. Die WKO fordert eine einheitliche zollrechtliche Regelung auf EU-Ebene, um den nationalen Alleingängen entgegenzuwirken.

Die Auswirkungen der geplanten Steuererhöhungen auf den Konsum und die Quote sind beträchtlich; sinkende Kaufkraft könnte über Branchen hinausreichende Folgen haben. Angesichts eines angespannten finanziellen Rahmens stellt sich die Frage, ob punktuelle Steuererhöhungen der richtige Weg sind, um die haushaltspolitischen Herausforderungen zu meistern. In den kommenden Wochen wird deutlich werden, ob die Regierung ihre Pläne überdenkt.

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