Der ehemalige Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt (SPD) hat die wiederkehrenden Konflikte innerhalb von Regierungskoalitionen als Ausdruck systemischer Probleme identifiziert. In einem Interview mit dem Podcast „Berlin Playbook“ des „Politico“ äußerte er, dass die Zusammensetzung der Koalitionen eine stabile Zusammenarbeit erschwere.
Schmidt betonte, dass Parteien häufig in Koalitionen zusammengeführt werden, die inhaltlich nicht miteinander vereinbar seien. Er verwies darauf, dass es eine begrenzte Anzahl an realistischen Bündnisoptionen gebe, wobei insbesondere die AfD und die Linke aus programmatischen Gründen von einer Zusammenarbeit ausgeschlossen sind. Dieser Umstand führe dazu, dass Konflikte innerhalb der Koalitionen kaum zu vermeiden seien.
Er forderte mehr Gelassenheit im Umgang mit diesen Konflikten und meinte, es sei notwendig, das Beste aus der jeweiligen Koalitionssituation zu machen. Die Fähigkeit, um angemessene Lösungen zu ringen, müsse in den Vordergrund rücken. Schmidt schloss mit der Aufforderung, die Herausforderungen, die die Koalitionen mit sich bringen, als Teil des politischen Prozesses zu akzeptieren.