Interne Papiere des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern wecken Zweifel an den Aussagen von Minister Till Backhaus (SPD) über einen verendeten Buckelwal. Dies berichtet der „Spiegel“. Backhaus hatte auf einer Pressekonferenz den Eindruck erweckt, dass Experten des Landesamtes für Umwelt, Naturschutz und Geologie (LUNG) die Bewegungsdaten des in Dänemark gefundenen Wals selbst ausgewertet hätten. Nach Informationen aus Regierungskreisen sei jedoch lediglich ein Link mit den Bewegungsdaten von einer privaten Rettungsinitiative an das Ministerium übermittelt worden.
Experten weisen darauf hin, dass die übermittelten Daten nur einen Teil der Informationen reflektieren, die das verwendete Tracker-Gerät vom Typ Splash10-F sammeln könne. Sicher sei demnach nur, dass der Wal nach seiner Aussetzung eine Luftlinie von 215 Kilometern zurückgelegt habe. Nach dem Auslesen der Daten sei laut Ministerialanfragen nicht eindeutig festzustellen, ob der Wal bis zum 6. oder 7. Mai lebte oder möglicherweise tot getrieben wurde. Belastbare Analysen erforderten zusätzliche Informationen, die derzeit nicht vorliegen.
Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums Stralsund, äußerte ebenfalls Bedenken hinsichtlich der Aussagen des Ministers. Er stellte klar, dass er in den übermittelten Daten lediglich Hinweise auf Tauchgänge des Wals in den ersten vier Stunden nach dessen Freilassung fand, nicht jedoch für mehrere Tage, wie von Backhaus erklärt. Eine Anfrage an das Ministerium zu den ausgebliebenen Antworten blieb bislang unbeantwortet.