Nick Woltemade - ein Debütant auf Triple-Mission
Nick Woltemade - ein Debütant auf Triple-Mission

Nations League: Nick Woltemade – ein Debütant auf Triple-Mission

Juni 3, 2025
3 min. lesezeit
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Premiere in der Startelf? Nick Woltemade – ein Debütant auf Triple-Mission

Nick Woltemade gehört vor dem Final Four in der Nations League erstmals zum Kader der deutschen Nationalmannschaft. Vieles spricht sogar für einen Startelfeinsatz gegen Portugal.

Wenn man sich Nick Woltemade nur in der Schlussphase der abgelaufenen Saison beim VfB Stuttgart angesehen hat, wäre man vermutlich im Traum nicht darauf gekommen, wie das Fußball-Jahr für ihn begonnen hatte.

Im Sommer 2024 war der Stürmer ablösefrei von Werder Bremen gekommen und hatte beim damaligen Vizemeister in Stuttgart zunächst große Schwierigkeiten. In den ersten neun Bundesligaspielen kam Woltemade fünfmal gar nicht zum Einsatz und stand insgesamt nur 46 Minuten als Joker auf dem Platz.

Woltemade: Reaktion nach Champions-League-Enttäuschung

Noch schlimmer dürfte für den 23-Jährigen gewesen sein, dass sein Trainer Sebastian Hoeneß ihn nicht für die Champions League nominierte. Sein Wechsel sollte ihm den Traum von der Königsklasse erfüllen, nun gab es die für ihn nur als Zuschauer.

Am 10. November schoss Woltemade dann sein erstes Bundesligator für den neuen Klub. Es war ein für seine Mannschaft folgenloses Tor, für mehr als zum 2:3-Anschluss gegen Eintracht Frankfurt reichte es nämlich nicht. Aber für ihn persönlich war der Linksschuss ins gegnerische Gehäuse der Startschuss in eine Restsaison, die ihn in neue Sphären katapultiert hat.

Diesem Treffer folgten 16 Pflichtspieltore, viele starke Leistungen, jede Menge Lob („Woltemessi“), offenbar großes Interesse von großen Klubs (es gibt Gerüchte um den FC Bayern München und Atletico Madrid) und die erste Nominierung für die A-Nationalmannschaft. Und Woltemade ist nicht nur Auffüller für die Vorbereitung auf das Nations-League-Halbfinale am Mittwoch gegen Portugal – er könnte dort sogar direkt von Beginn an spielen.

Füllkrug und Undav sind die Konkurrenten im Sturm

Die Verletzungsprobleme im DFB-Team machen sich auch im Sturm deutlich bemerkbar. Beispielsweise fehlt Tim Kleindienst wegen einer Knieverletzung, und Jonathan Burkardt musste wegen einer Risswunde an der Ferse abreisen. Übrig sind noch Woltemade, sein VfB-Kollege Deniz Undav und Niclas Füllkrug. Der war einst die Nummer eins im Angriff unter Julian Nagelsmann, hat aber seit seinem Wechsel zu West Ham United kaum noch geglänzt und war lange verletzt.

Drei Saisontore hat Füllkrug vorzuweisen, sein bisher letztes Erfolgserlebnis ist bereits zwei Monate her. Woltemade hat in der gleichen Zeit, in der der 32-Jährige nicht getroffen hat, vier Tore in sechs Pflichtspielen erzielt – und mit Stuttgart den DFB-Pokal gewonnen. Will Nagelsmann einen Spieler, der im Flow ist, muss er Woltemade also Füllkrug vorziehen. Es bliebe dann nur noch ein VfB-Duell um die „9“.

Nick Woltemade am Ball gegen Waldemar Anton im Training der Nationalmannschaft

Und auch den Vergleich mit Undav muss Woltemade nicht scheuen. Der 28-jährige Undav hat in seinen vergangenen 15 Bundesligaspielen nur zwei Tore und zwei Vorlagen auf dem Konto, er zeigte aber mit seinen Leistungen am letzten Spieltag bei RB Leipzig (Tor und Assist beim 3:2-Sieg) und im Pokalfinale gegen Arminia Bielefeld (ebenfalls zwei Scorerpunkte beim 4:2) eine deutlich verbesserte Form. Ginge es danach, wird es eine reine Bauchentscheidung für Nagelsmann.

Völler sagt „große Karriere“ voraus, Nagelsmann setzt auf das „Momentum“

Es wird sich zeigen, wie sehr der Bundestrainer in der Gegenwart auf Woltemade setzen wird. Daran, dass er ein – wenn nicht DER – Stürmer der Zukunft wird, gibt es jedoch keine Zweifel. „Er hat sich in den vergangenen sechs Monaten enorm entwickelt. Er hat noch Luft nach oben, gerade im Kopfballspiel, aber das kann man trainieren. Wenn er noch ein paar Prozente zulegt, hat er eine ganz große Karriere vor sich“, sagte DFB-Sportdirektor Rudi Völler.

Und Nagelsmann schwärmte: „Wir haben mit ihm einen sehr guten Stürmer im Kader, der das Momentum auf seiner Seite hat und außergewöhnliche Fähigkeiten mitbringt. Er war auch schon bei den Spielen gegen Italien nah dran, da hat es aber noch nicht geklappt – auch mit Blick auf die U21. Er weiß, dass beide Dinge wichtig sind und ich bin überzeugt, dass er es bei beiden Teams sehr gut machen wird.“

Woltemade: Erst DFB-Pokal, dann Nations League, dann U21-Titel?

Denn für Woltemade ist nach der Nations League nicht Schluss. Danach steht für ihn die Europameisterschaft mit der U21 (11. bis 28. Juni) auf dem Programm. Bei der ist der Stuttgarter Stürmer gesetzt und hat in den vergangenen sechs Partien sechs Tore erzielt und vier Treffer vorbereitet, bei seinem jüngsten U21-Einsatz im März gegen Titelkonkurrent Spanien machte er mit einem Dreierpack Eindruck.

Woltemade wird für das Team von Trainer Antonio di Salvo ein ganz wichtiger Faktor im Kampf um den Titel sein. Doch vorher geht es für ihn um den Finaleinzug gegen Portugal und einen folgenden Sieg gegen Spanien oder Frankreich im Endspiel. Im besten Fall erlebt Woltemade nach dem Pokaltriumph einen Triple-Sommer. Und im allerbesten Fall gibt ihm Nagelsmann die Chance, sogar im DFB-Team selbst einen großen Beitrag dafür zu leisten.

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