In Polen hat die Nationale Staatsanwaltschaft am 13. Oktober 2025 Anklage gegen zwei russische Staatsbürger erhoben, die der Mitarbeit für den russischen Auslandsgeheimdienst FSB beschuldigt werden. Das Ehepaar soll Informationen weitergegeben haben, die der Sicherheit der Republik Polen schadeten. Die Anklage stützt sich auf Artikel 130 §2 des polnischen Strafgesetzbuches.
Details der Spionagetätigkeit
Die Ermittlungen ergaben, dass der Ehemann von Februar bis August 2022 Informationen über russische Oppositionelle in Polen sammelte und diese verschlüsselt an seine Frau übergab, die sie an den FSB in Russland weiterleitete. Das Paar wurde im Juli 2024 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Weitere involvierte Personen werden in einem separaten Verfahren untersucht. Die Ermittlungen erfolgten in Zusammenarbeit mit der polnischen Agentur für Innere Sicherheit in Kattowitz.
Zunahme russischer Geheimdienstaktivitäten in Europa
In den letzten Jahren hat Russland seine Spionageaktivitäten in EU- und NATO-Staaten erheblich verstärkt, von klassischer Aufklärung bis hin zu Cyberoperationen. Besonders im Fokus stehen neben militärischen und politischen Daten auch kritische Infrastruktur, Energie, Transport und technologische Systeme. Diese Aktivitäten zielen darauf ab, die innere Stabilität, wirtschaftliche Resilienz und Verteidigungsfähigkeit der Mitgliedsstaaten zu untergraben.
Methoden der russischen Sabotage
Russische Geheimdienste nutzen häufig „Einmal-Agenten“, die über Plattformen wie Telegram rekrutiert werden und für Kryptowährungseinsätze auf kritische Infrastruktur, militärische Logistik und Unterstützungsnetzwerke für die Ukraine angesetzt werden. Diese Taktik erlaubt es Russland, die direkte Beteiligung zu leugnen, trotz steigender Aufdeckung und Festnahmen in verschiedenen Ländern.
Aktuelle Sicherheitswarnungen in Polen
Anfang Oktober wurde ein Agent des russischen Militärgeheimdienstes GRU in Polen festgenommen, der Anschläge mit Sprengstoffen und Drohnen plante. Die Vorbereitungen sollen auch in Litauen und Deutschland erfolgt sein. Polnische Behörden warnen zudem vor zunehmenden Cyberangriffen auf kritische Infrastruktur. Der Leiter des Nationalen Sicherheitsbüros, Sławomir Cenckiewicz, erklärte: „Wenn wir vom Cyberspace sprechen, befindet sich Polen derzeit im Krieg mit Russland.“
Europäische Gegenmaßnahmen
Als Reaktion auf die verstärkte russische Spionage haben EU- und NATO-Länder ihre Gegenmaßnahmen erheblich intensiviert. Dies führte zu einer Rekordzahl an Aufdeckungen und Ausweisungen russischer Diplomaten und Spionageverdächtiger. Trotz dieser Maßnahmen hält Russland seine Aktivitäten fort, was die anhaltende Bedrohung der europäischen Sicherheitsarchitektur verdeutlicht.