Krieg gegen die Ukraine 16 Tote bei russischem Angriff auf Gefängnis
Russland hat die Ukraine in der Nacht wieder massiv angegriffen. Bei einer Attacke auf ein Gefängnis in der Region Saporischschja wurden zahlreiche Menschen getötet. Auch in der Region Dnipropetrowsk gab es Tote nach Angriffen aus Russland.
Bei einem russischen Luftangriff auf ein Gefängnis sind in der Nacht nach ukrainischen Angaben mindestens 16 Insassen getötet worden. Zudem seien mehr als 30 Häftlinge in der Strafanstalt in der Region Saporischschja verletzt worden, schrieb Militärgouverneur Iwan Federow auf Telegram. Sie würden nun medizinisch versorgt.
Die Großstadt Saporischschja nahe der südlichen Front sei in der Nacht achtmal angegriffen worden, mutmaßlich mit Gleitbomben, so Federow. Gefängnisgebäude seien dabei zerstört worden, es gebe auch Schäden an Privatgebäuden daneben. Saporischschja ist seit Kriegsbeginn immer wieder Ziel von russischen Angriffen.
Konfliktparteien als QuelleAngaben zu Kriegsverlauf, Beschuss und Opfern durch offizielle Stellen der russischen und der ukrainischen Konfliktparteien können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.
Kaum Vorwarnzeit für die Bevölkerung
Gleitbomben werden von russischen Kampfjets über russisch kontrolliertem Gebiet nahe der Front abgeworfen und schlagen dann in Orten auf ukrainischer Seite ein. Für die ukrainische Flugabwehr sind die angreifenden Jets außer Reichweite. Wegen der kurzen Flugzeit der Bomben über wenige Dutzend Kilometer gibt es so gut wie keine Vorwarnzeit für die Bevölkerung.
Der Stabschef des ukrainischen Präsidenten, Andrij Jermak, verurteilte die Angriffe als „ein weiteres Kriegsverbrechen“ Russlands. Auf der Plattform X forderte er militärische und wirtschaftliche Folgen, um Russland „die Fähigkeit zur Kriegsführung“ zu nehmen. US-Präsident Donald Trump hatte gestern seine Frist an Russland für eine Waffenruhe deutlich verkürzt.
Vier Tote in der Region Dnipropetrowsk
Auch in der Region Dnipropetrowsk gab es ukrainischen Behörden zufolge Tote nach russischen Angriffen. Ein Raketenangriff traf laut Regionalgouverneur Serhij Lyssak die Stadt Kamjanske. Mindestens zwei Menschen seien getötet und fünf weitere verletzt worden. Auch an einem Krankenhaus gebe es Schäden.
Zwei weitere Tote gab es Lyssak zufolge in den Bezirken Synelnykiwsky und Welykomychayliwska. Dabei seien auch mehrere Privatgebäude beschädigt worden.
Russland meldet Toten in der Region Rostow
Die Ukraine griff unterdessen russische Militär- und Industrieziele mit Drohnen an. Die russische Armee meldete in der Nacht den Abschuss von 74 ukrainischen Kampfdrohnen über verschiedenen Regionen des Landes.
In der Region Rostow ist nach russischen Angaben ein Autofahrer in seinem Auto getötet worden. Zudem habe eine Drohne einen Brand in einem Bahnhof in der Stadt Salsk ausgelöst, teilte der Gouverneur der Region, Juri Sljusar, auf Telegram mit.