Google entfernt über 2000 russische YouTube-Konten wegen Propaganda
Google entfernt über 2000 russische YouTube-Konten wegen Propaganda

Google entfernt über 2000 russische YouTube-Konten wegen Propaganda

Juli 23, 2025
1 min. lesezeit

Im zweiten Quartal 2025 hat Google weltweit fast 11.000 YouTube-Konten und andere Plattformprofile gelöscht, die gezielt Desinformationskampagnen aus Russland, China und weiteren Ländern verbreitet haben. Allein über 2000 der betroffenen YouTube-Kanäle standen in Verbindung mit dem Kreml. Die Maßnahme ist Teil der laufenden Strategie von Google TAG (Threat Analysis Group), globale Informationsoperationen zu identifizieren und zu unterbinden.

Russische Netzwerke verbreiteten systematisch antiwestliche Inhalte

Laut Google umfasste der gelöschte russische Content mehrere Sprachen und verbreitete konsequent pro-kremlnahe Narrative – darunter gezielte Desinformationen gegen die Ukraine, NATO und westliche Regierungen. Inhalte reichten von der Diskreditierung ukrainischer Institutionen bis hin zu Aussagen über die Sinnlosigkeit westlicher Sanktionen. Die Konten verstießen dabei regelmäßig gegen die YouTube-Richtlinien zur Desinformation und Verwendung manipulativer Metadaten.

Chinesische Kampagnen loben Xi Jinping und kritisieren USA

Neben Russland stand auch China im Fokus. Mehr als 7700 Kanäle, die positiv über die Regierung in Peking und Präsident Xi Jinping berichteten, wurden gelöscht. Die Videos – meist auf Chinesisch oder Englisch – zeichneten ein gezielt geschöntes Bild der chinesischen Außenpolitik und waren auf ein westliches Publikum zugeschnitten.

RT-Netzwerk bleibt im Visier – auch kleinere Kanäle betroffen

Im Mai wurden zusätzlich 20 Kanäle, 4 Google Ads-Konten und ein Blogger-Profil entfernt – alle verbunden mit dem russischen Staatsmedium RT. Bereits seit März 2022 hatte YouTube begonnen, RT-Inhalte zu blockieren. Neben RT und dem Regionalsender „Grosny“ wurden in den letzten Jahren auch weitere Kanäle entfernt – darunter „Duma TV“, Sendungen von Wladimir Solowjow, Briefings von Maria Sacharowa sowie Beiträge mit Dmitri Rogosin, Alexander Lebedew und Dmitri Puchkow. Auch Musikkanäle von Künstlern wie Shaman, Polina Gagarina oder Grigori Leps wurden gesperrt.

Europa warnt vor gezielten Destabilisierungsversuchen

Die EU bewertet russische Informationsoperationen zunehmend als koordinierte Angriffe auf demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Plattformen wie YouTube, Telegram oder TikTok dienen dabei als Verstärker für prorussische Narrative, die das Vertrauen in Regierungen und westliche Solidarität untergraben. Besonders Inhalte über den Krieg in der Ukraine sollen laut Brüssel systematisch verzerrt und propagandistisch gefärbt sein.

Ukraine drängt auf engere Kooperation mit Tech-Unternehmen

Die ukrainische Regierung fordert eine engere, strukturierte Zusammenarbeit mit Unternehmen wie Google. Der Schutz vor digitalen Bedrohungen sei Teil der nationalen Verteidigung. Propagandistische Inhalte zielten nicht nur auf Desinformation, sondern auch auf die psychologische Zermürbung der Bevölkerung, Demoralisierung der Streitkräfte und Schwächung des internationalen Rückhalts. Digitale Hygiene, so Kiew, sei heute eine der wichtigsten Verteidigungslinien gegen hybride Kriegsführung.

Zusammenarbeit mit Staat und Zivilgesellschaft bleibt ausbaufähig

Zwar arbeitet Google mit EU-Institutionen wie der East StratCom Task Force zusammen, doch fehlt es laut Experten an einer konsequenten Abstimmung zwischen Technologiekonzernen, nationalen Behörden und zivilgesellschaftlichen Akteuren. Ohne diese Koordination bleiben Gegenmaßnahmen oft reaktiv und fragmentiert.

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