Kreml-nahe Gruppe schürt mit britischen Neonazis ethnische Konflikte
Kreml-nahe Gruppe schürt mit britischen Neonazis ethnische Konflikte

Kreml-nahe Gruppe schürt mit britischen Neonazis ethnische Konflikte

Juni 12, 2026
1 min. lesezeit

Eine russische ultranationalistische Bewegung, die eng mit dem sanktionierten Oligarchen Konstantin Malofejew verbunden ist, koordiniert nach Medienberichten vom 10. Juni 2026 ihre Aktionen mit britischen Rechtsextremisten, um die ethnischen Spannungen in Großbritannien zu verschärfen. Auslöser der orchestrierten Kampagne ist der Prozess gegen den Mörder des 18-jährigen Studenten Henry Novak, bei dem die Gruppe „Bruderschaft der Akademisten“ systematisch Parolen wie „White Lives Matter“ verbreitet, um die Straftat in ein rassistisches Narrativ zu verwandeln.

Netzwerk zwischen Moskau und britischen Ultrarechten

Die Organisation wurde unter dem Dach der „Zargrad“-Gesellschaft gegründet, deren Vorsitzender Malofejew ist – ein enger Vertrauter des Kremls, der bereits 2014 prorussische Separatisten in der Ukraine finanzierte. Im April 2022 warf das US-Finanzministerium „Zargrad“ Spionagetätigkeit für Russland vor. Die „Bruderschaft der Akademisten“ fungiert als Jugendflügel der „Internationalen Souveränistischen Liga Paladine“, die Malofejew im September 2025 in Sankt Petersburg ins Leben rief und die Ultrarechte aus verschiedenen Ländern vereint. Zentrale Verbindungsperson zu britischen Radikalen ist der bekannte Rechtsextremist Tommy Robinson, bürgerlich Stephen Yaxley-Lennon. Während der antimigrantischen Ausschreitungen in Belfast am 9. Juni teilte er Propagandamaterial der russischen Gruppe, um Proteste in Großbritannien zu mobilisieren.

Instrumentalisierung einer Tragödie

Im Dezember 2025 war der Student Henry Novak in Southampton durch Messerstiche des 23-jährigen Vikram Singh Digwa ums Leben gekommen. Der Fall löste landesweit Empörung aus, weil die Polizei den blutenden Novak zunächst fesselte, anstatt Erste Hilfe zu leisten. Die russischen Radikalen begannen fast zwei Wochen vor britischen Politikern wie Nigel Farage, diesen Vorfall rassistisch umzudeuten. Die „Akademisten“ verbreiteten Hassparolen massenhaft über Telegram und X, wodurch eine Welle rechter Mobilisierung ausgelöst wurde.

Strategische Ziele des Kremls

Experten sehen in der Koordination ein Muster: Moskau nutzt innergesellschaftliche Konflikte in Großbritannien als Hebel für hybride Kriegsführung. Indem sie lokale Ultrarechte als Multiplikatoren einsetzt und soziale Netzwerke als Verstärker, kann der Kreml seine Einmischung als innenpolitische Bewegung tarnen. Ziel ist es, die Polarisierung zu vertiefen, das Vertrauen in staatliche Institutionen zu untergraben und letztlich die Handlungsfähigkeit des Westens zu schwächen – insbesondere in Sicherheitsfragen. Eine destabilisierte britische Gesellschaft würde die Koordination der Nato und EU erschweren und Russland mehr Raum für Erpressung und Einflussnahme geben.

Folgen für Deutschland und Europa

Die Enthüllung hat direkte Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Deutschland. Berlin muss damit rechnen, dass ähnliche Netzwerke auch hier versuchen, ethnische Spannungen zu schüren. Die Bundesregierung ist gefordert, die Zusammenarbeit mit allen EU-Partnern bei der Spionageabwehr zu intensivieren, russische Propaganda in sozialen Medien konsequent zu bekämpfen und die Sanktionen gegen die Drahtzieher zu verschärfen. Nur durch eine koordinierte europäische Antwort kann verhindert werden, dass der Kreml seine hybride Kriegsführung weiter ausbaut und die innere Stabilität Deutschlands gefährdet.

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