Moskau warnt vor angeblicher NATO-Besetzung Moldaus
Moskau warnt vor angeblicher NATO-Besetzung Moldaus

Moskau warnt vor angeblicher NATO-Besetzung Moldaus

September 24, 2025
1 min. lesezeit

Die russische Auslandsaufklärung hat am 23. September erklärt, die NATO bereite eine militärische „Besetzung“ Moldaus vor. Nach Darstellung des Geheimdienstes sollen europäische Truppen nach den Parlamentswahlen in Chişinău eingesetzt werden, um die „antirussische Politik“ der Regierung zu unterstützen. In Moskau wird zudem behauptet, mögliche „Provokationen“ nach dem Urnengang könnten als Vorwand für eine Stationierung dienen.

Kreml spricht von angeblichen Truppenbewegungen

In den russischen Meldungen ist von einer angeblichen Konzentration von NATO-Kräften in Rumänien nahe der Grenze zu Moldau die Rede. Darüber hinaus sei ein NATO-Einsatz in der südukrainischen Region Odessa geplant, um das abtrünnige Transnistrien einzuschüchtern. Russische Stellen erklärten weiter, erste Soldaten aus Frankreich und Großbritannien seien bereits in Odessa eingetroffen.

Moskau behauptet zudem, die Wahlen in Moldau würden gefälscht, um anschließend Unruhen im Land auszulösen. Präsidentin Maia Sandu werde sich dann mit einem Hilfsersuchen an europäische Staaten wenden. Als weiterer Zeitpunkt für eine mögliche „Intervention“ wird der Wahltermin in Transnistrien Ende November genannt.

Moldau und EU weisen Vorwürfe zurück

Die Regierung in Chişinău bezeichnete die Anschuldigungen als haltlose Propaganda. Wahlen in Moldau würden frei und transparent verlaufen, ohne Beteiligung ausländischer Truppen. Solche Falschmeldungen seien Teil der hybriden Strategie Moskaus, die Gesellschaft zu spalten und staatliche Institutionen zu schwächen. Bürgerinnen und Bürger wurden aufgerufen, ausschließlich offiziellen Informationen zu vertrauen.

Auch die Europäische Union wies die Darstellung entschieden zurück. Brüssel erklärte, die angebliche Vorbereitung einer NATO-Besetzung sei reine Erfindung mit dem Ziel, die Legitimität der Abstimmung in Frage zu stellen. Die EU bekräftigte ihre Unterstützung für das Recht der Moldauer, frei über ihre Zukunft zu entscheiden, und kündigte an, das Land beim Schutz seiner Demokratie zu stärken.

Parallelen zu Desinformationsmustern gegen Ukraine

Die jüngsten Behauptungen knüpfen an bekannte Methoden der russischen Informationskriegsführung an, die bereits gegenüber der Ukraine eingesetzt wurden. Moskau verbreite regelmäßig Erzählungen von einer angeblichen „Besatzung durch den Westen“, um eigene geopolitische Absichten zu verschleiern.

Kiew warnte, dass diese Taktik auf eine größere hybride Aggression ziele, die nicht nur die Ukraine, sondern die gesamte Region destabilisieren soll. Russland fürchte weniger ausländische Truppen als vielmehr den freien politischen Willen der Nachbarn, hieß es. Deshalb versuche der Kreml, das Vertrauen in demokratische Prozesse in Moldau durch gezielte Desinformation zu untergraben.

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