Norwegen schlüpft unter Frankreichs atomaren Schutzschirm

Mai 29, 2026
1 min. lesezeit

Ist auf die USA unter Donald Trump im Verteidigungsfall noch Verlass? Viele Europäer bezweifeln das. Norwegen nimmt zur Sicherheit ein Angebot aus Frankreich an.

Norwegen will unter den atomaren Schutzschirm Frankreichs schlüpfen. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre hat in Paris ein entsprechendes Verteidigungsabkommen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron unterzeichnet.

Bisher befinden sich die europäischen Mitglieder der NATO unter dem atomaren Schutzschirm der Supermacht USA. Seit dem Amtsantritt von Präsident ⁠Donald ⁠Trump in Washington gibt es aber Zweifel, ob die Vereinigten Staaten die Europäer wirklich schützen würden – etwa in einem Konflikt mit Russland.

Norwegen grenzt direkt an Russland – auch wenn die gemeinsame arktische Landgrenze mit gut 200 Kilometern Länge recht kurz ist. Das skandinavische Land im Norden Europas will nun Frankreichs Schutz in Anspruch nehmen. Zuvor hatten bereits Polen und Litauen, die ebenfalls an Russland grenzen, das Angebot aus Paris angenommen.

Reaktion auf russische Bedrohung

Ministerpräsident Støre sagte am Mittwoch der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, der Schritt erfolge angesichts der sicherheitspolitischen Lage in Europa. Dazu gehöre die massive russische Aufrüstung – auch im nuklearen Bereich – sowie der Umstand, dass Russland einen umfassenden Krieg gegen ein anderes europäisches Land führe. Gemeint ist der Angriff auf die Ukraine.

Auch wenn sein Land deshalb nun unter Frankreichs Schutzschirm schlüpft, stellte Støre in Paris klar: In Friedenszeiten würden keine Atomwaffen in Norwegen stationiert.

Die Regierung in Oslo habe zugestimmt, „dass Norwegen sich dem anschließt, was wir als vorgelagerte nukleare Abschreckung bezeichnet haben“, erläuterte der französische Präsident. Norwegen sei ein wichtiger geografischer und strategischer Partner, mit dem Frankreich bereits eng zusammengearbeitet habe, so Macron. „Um das Bündnisgebiet vor äußeren Bedrohungen zu schützen.“

Beide Länder vereinbarten außerdem ein Verteidigungsabkommen mit einer Beistandsklausel im Falle eines Angriffs. Der Schritt erfolge angesichts des Bewusstseins, dass Europa für seine eigene Sicherheit stärker selbst sorgen müsse.

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