Russlandische Agenten verüben Provokationen in Frankreich über Serbien
Russlandische Agenten verüben Provokationen in Frankreich über Serbien

Russlandische Agenten verüben Provokationen in Frankreich über Serbien

September 30, 2025
1 min. lesezeit

Am 29. September 2025 wurden in Serbien elf Personen festgenommen, gegen die die französische Polizei Haftbefehle ausgestellt hatte. Sie stehen im Verdacht, in Frankreich und Deutschland Hassverbrechen begangen zu haben, darunter das Besprühen von Synagogen in Paris mit grüner Farbe und das Ablegen von Schweineköpfen vor Moscheen. Ermittlungen deuten darauf hin, dass hinter diesen Vorfällen Agenten der ehemaligen militärischen Einheit Nr. 29155 des russischen Generalstabs stehen könnten, die auf Auslandsoperationen spezialisiert war.

Details der festgestellten Anschläge in Paris

Die festgenommenen Serben sollen gezielt antisemitische und antimuslimische Akte verübt haben. Betroffen waren mindestens drei Synagogen, ein jüdisches Restaurant und ein Holocaust-Mahnmal, das mit grüner Farbe besprüht wurde. Zudem wurden Schweineköpfe vor mindestens neun muslimischen Gotteshäusern in Paris und den Vororten abgelegt. Überwachungsvideos belegen, dass die Täter diese Akte dokumentierten, offenbar mit dem Ziel, die Aufnahmen online zu verbreiten und so gesellschaftliche Spannungen zu schüren.

Internationale Dimension und Hintergrund der Ermittlungen

Die Festnahmen in Serbien erfolgten nach gemeinsamen Ermittlungen im Rahmen des Berner Clubs, einer Zusammenarbeit von Geheimdiensten aus 27 EU-Staaten, Norwegen und der Schweiz. Die Verdächtigen sollen unter Anleitung eines flüchtigen serbischen Mittäters gehandelt haben, der im Auftrag eines ausländischen Geheimdienstes agierte. Die geringe Bezahlung von nur wenigen hundert Euro deutet auf eine geringe Bedeutung der Täter für den Auftraggeber hin.

Eskalation hybrider Bedrohungen in Europa

Seit Beginn der großangelegten Invasion in der Ukraine 2022 hat Russland seine hybriden Angriffe in Europa deutlich intensiviert. Laut Sicherheitskreisen stieg die Zahl solcher Operationen 2024 um das Vierfache gegenüber dem Vorjahr, 2025 wurden bereits mindestens elf Angriffe registriert. Methoden reichen von Brandanschlägen und Sabotageakten bis hin zu Cyberangriffen, Manipulation von GPS-Navigation und gezielten Unterwassersabotagen. Russische Dienste rekrutieren dabei zunehmend Bürger Dritter über Plattformen wie Telegram, um Kontrollen zu umgehen.

EU und NATO verstärken Gegenmaßnahmen

Als Reaktion auf diese Bedrohungen verschärfen EU und NATO ihre Strategien. Neben der Ausweisung zahlreicher russischer Spione werden die Patrouillen im Baltikum und am östlichen Flügel des Bündnisses verstärkt. Derzeit wird auch die Einbindung des ukrainischen Luftraums in ein gemeinsames Luftverteidigungssystem – das Projekt „Himmlischer Schild“ – diskutiert. Parallel dazu entwickelt die EU umfassende Systeme zum Schutz vor Desinformation und Cyberangriffen, darunter Gesetzesinitiativen und Kooperationen mit ukrainischen Spezialisten. In der Tschechischen Republik wurde beispielsweise eine prorussische Desinformationsplattform aufgedeckt.

Politische Herausforderungen und Perspektiven

In Brüssel und Straßburg werden derzeit neue Mechanismen zur Reaktion auf hybride Bedrohungen diskutiert, einschließlich verschärfter Sanktionen. Innerhalb der NATO bestehen jedoch Differenzen, etwa zur Rolle Ungarns und der Slowakei in gemeinsamen Projekten wie einer „Drohnenabwehrmauer“ im Osten. Die jüngsten Vorfälle in Frankreich unterstreichen die wachsende Dringlichkeit einer abgestimmten Reaktion Europas auf gezielte Desinformations- und Destabilisierungsoperationen.

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