Aliko Dangote, der reichste Mann Afrikas, plant den Bau einer großen Erdölraffinerie in Ostafrika. Dies geschieht vor dem Hintergrund geopolitischer Spannungen im Nahen Osten, insbesondere des Konflikts zwischen Iran, den USA und Israel, der die Treibstoffversorgung für ostafrikanische Staaten unsicher macht. Der kenianische Präsident William Ruto kündigte an, dass Kenia und andere ostafrikanische Länder ihre eigenen Ressourcen nutzen möchten, um ihre Energieunabhängigkeit zu erhöhen und sich nicht länger auf Importe aus dem Golfraum zu stützen.
Aktuell importiert Kenia sein Erdöl vor allem aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Oman. Der Bau der neuen Raffinerie soll dazu beitragen, diese Abhängigkeit zu reduzieren. Präsident Ruto erklärte, man wolle nicht länger als Geisel von externen Konflikten gehalten werden und setze auf die lokalen Ressourcen zur Industrieentwicklung. Er stellte heraus, dass Dangote in der Lage sei, eine Raffinerie mit einer Kapazität, ähnlich der in Nigeria, aufzubauen.
Dangote hat bereits mit dem Bau einer Raffinerie in Nigeria begonnen, die 2024 eröffnet wurde und nun täglich rund 650.000 Barrel Rohöl verarbeitet, was Nigeria in die Lage versetzt, nicht nur Rohöl, sondern auch Benzin, Diesel und Kerosin zu exportieren. Im Rahmen der Planungen für Ostafrika wird eine Raffinerie in Kenia erwogen, da der Hafen von Mombasa für den Bau als geeigneter angesehen wird. Die geschätzten Kosten für die ostafrikanische Raffinerie liegen zwischen 16 und 20 Milliarden US-Dollar.
Parallel dazu haben ostafrikanische Länder Gespräche über eine mögliche gemeinsame Raffinerie in Tansania geführt. Dangote zeigte jedoch Favoriten zu einem Standort in Kenia aufgrund des größeren und tieferen Hafens. Die Initiative, die Unterstützung der Regierungen von Kenia, Uganda und Tansania erhalten hat, zielt darauf ab, die Refinanzierung zu verbessern und die Region wirtschaftlich unabhängiger zu machen.
Zusätzlich haben auch französische Unternehmen Interesse an Investitionen in Kenia bekundet, was die Bedeutung des Landes im regionalen Energiemarkt unterstreicht. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und in welchem Umfang die Pläne zur Umsetzung kommen werden und welchen direkten Einfluss dies auf die Energiesicherheit der Region haben wird.