Im ersten Halbjahr 2026 ist die Anzahl der Insolvenzen von Bäckereien in Deutschland um 40 Prozent gestiegen. Laut der Auskunftei Creditreform meldeten bundesweit 63 Betriebe Insolvenz an, was einen signifikanten Anstieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum darstellt.
Die Insolvenzmeldungen betreffen Unternehmen aus dem Bereich „Herstellung von Backwaren“, also Betriebe, die Brot, Brötchen und andere Backwaren selbst herstellen und verkaufen. Verkaufsstellen ohne eigene Backproduktion sind in dieser Statistik nicht enthalten. Unter den betroffenen Unternehmen befinden sich auch größere Bäckereiketten wie die Mecklenburger Backstuben GmbH, die Bäcker Lampe GmbH & Co. KG sowie die Bäckerei Kayser GmbH.
Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung, erklärte, dass dieses Insolvenzgeschehen kein kurzfristiges Phänomen sei. Bereits seit 2023 sei ein Anstieg der Insolvenzen in dieser Branche zu verzeichnen, was auf einen tiefgreifenden Strukturwandel hinweist. Die veränderten Konsumgewohnheiten der Verbraucher seien ein wesentlicher Faktor. Immer mehr Menschen kaufen ihre Backwaren in Supermärkten oder Discountern, oft im Rahmen des Wocheneinkaufs, was den traditionellen Bäckereien schadet.
Besonders kleinere, inhabergeführte Betriebe stehen unter Druck. Steigende Kosten, intensiver Preiskampf und zurückhaltende Konsumenten führen dazu, dass viele dieser Unternehmen ihre Laufkundschaft verlieren und in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Märkte für Backwaren haben sich in den letzten Jahren verschoben, wobei Discounter und Supermärkte einen immer größeren Anteil am Verkauf von Brot und Brötchen gewinnen.
Die aktuelle Entwicklung spiegelt tiefere Änderungen im Konsumverhalten und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen wider.