Bahnreisende in Deutschland müssen künftig auf die beliebten Pommes Frites im Bordbistro verzichten. Eine neue EU-Verordnung zur Reduktion fluorierter Treibhausgase hat dazu geführt, dass die Deutsche Bahn die Lieferung und Lagerung von Tiefkühlpommes eingestellt hat. Die Entscheidung betrifft nicht nur die Bahn, sondern ist Teil einer umfassenderen Initiative der EU, die darauf abzielt, die Verwendung schädlicher Kältemittel zu verringern.
Die Hintergründe dieser Regelung sind im Rahmen der „EU-F-Gase-Verordnung 2024/573“ zu finden, die eine schrittweise Einschränkung der Verkaufsmenge von teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) vorsieht, mit dem Ziel eines vollständigen Ausstiegs bis 2050. Diese Gase sind in der Vergangenheit in Kühlsystemen eingesetzt worden, die nun nicht mehr den aktuellen Standards entsprechen.
Die Verordnung ist seit März 2024 in Kraft und lässt nur noch eine begrenzte Verwendung von recycelten Gasen zu. Vor diesem Hintergrund hat die Deutsche Bahn entschieden, die entsprechenden Kühlsysteme stillzulegen und auf komplizierte Tiefkühlketten zu verzichten. Dies hat zur Folge, dass neben Pommes auch andere tiefgekühlte Produkte, etwa Eiswürfel für Getränke, aus dem Bordbistro entfernt werden, was die Speise- und Getränkeauswahl erheblich einschränkt.
Die Umsetzung dieser EU-Vorgaben fordert auch von Supermärkten und anderen Dienstleistern tiefgreifende Veränderungen. Während viele große Einzelhändler bereits in moderne Kühlanlagen investiert haben, gibt es in kleineren Geschäften und Metzgereien noch Nachholbedarf. Ab 2027 werden strikte Grenzwerte für Kältemittel in Wärmepumpen greifen, was die Umstellung auf umweltfreundliche Lösungen weiter beschleunigen wird.
Insgesamt steht die Anpassung an die neuen gesetzlichen Vorgaben für die Deutsche Bahn und andere Unternehmen der Lebensmittelbranche vor der Herausforderung, reibungslose Kühlketten ohne den Einsatz von klimaschädlichen Stoffen zu gewährleisten.