Die Bundesnetzagentur hat Ordnungsgeldverfahren gegen 77 Stromnetzbetreiber eingeleitet, da diese gegen die gesetzlich vorgeschriebene Quote für die Installation intelligenter Stromzähler verstoßen haben. Die betroffenen Unternehmen hätten die Vorgabe von 20 Prozent für den sogenannten Smart-Meter-Rollout nicht erfüllt, wie die Behörde in Bonn mitteilte. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Umsetzung der Digitalisierung des Stromsystems voranzutreiben, so der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller.
Müller betonte, dass viele Unternehmen die gesetzlichen Anforderungen nicht einhalten. Zu Beginn der Verfahren werden die Firmen angegangen, die noch nicht mit der Installation der Smart Meter begonnen haben. Mithilfe von Ordnungsgeldern will die Behörde sicherstellen, dass diese ihre Ausbauziele erreichen.
Die Netzagentur kündigte zudem an, dass insbesondere kleinere und mittelgroße Unternehmen betroffen sind, die in der Regel nur einen geringen Anteil ihrer Haushalte mit den intelligenten Messsystemen ausgestattet haben. Die Smart Meter erfassen den Stromverbrauch in kurzen Intervallen und senden die Daten an die Netzbetreiber. Dies ermöglicht eine präzisere Steuerung des Stromnetzes und kann Haushalten helfen, Energie zu sparen, indem sie ihren Verbrauch an die günstigeren Tarife anpassen.
Die Einführung intelligenter Stromzähler ist in Deutschland bislang schleppend vorangegangen. Während in vielen europäischen Ländern die Quote bereits über 80 Prozent liegt, lag sie in Deutschland zum Jahresende 2025 nur bei etwa 5,5 Prozent. Dies entspricht insgesamt etwa 3,1 Millionen installierten Smart Metern.