Nach dem Feiertag Christi Himmelfahrt rechnen Händler an den Börsen am Freitag zunächst mit einem ruhigen Geschäft. Der deutsche Aktienindex DAX wird vorbörslich um 1,2 Prozent tiefer taxiert, nachdem er am Feiertag um 1,3 Prozent auf 24.456 Punkte zulegte. Die Aufmerksamkeit der Anleger dürfte vor allem auf der Chip-Branche liegen.
Besonders im Fokus stehen die Unternehmen im Technologiebereich. Der Markt hat sich zuletzt stark entwickelt, angetrieben durch positive Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz (KI). Ein Beispiel hierfür ist der Börsengang des Chipherstellers Cerebras Systems, der mit einem ersten Kurs von 350 US-Dollar startete, was 89 Prozent über dem Ausgabepreis von 185 Dollar liegt. Zum Handelsende notierten die Aktien bei rund 311 Dollar. Cerebras Systems ist bekannt für die Entwicklung von Chips für KI-Anwendungen.
In den USA konnte Cisco Systems mit einem Kursanstieg von 13,5 Prozent auf sich aufmerksam machen, nachdem das Unternehmen seine Jahresprognose für Aufträge im Bereich KI-Infrastruktur angehoben hat. Gleichzeitig kündigte es an, rund 4.000 Stellen abzubauen. Auch Nvidia setzte seinen Aufwärtstrend fort und verzeichnete einen Zuwachs von gut vier Prozent.
Internationale Faktoren beeinflussen ebenfalls den Markt. Die Ölpreise steigen, während die Großhandelsinflation in Japan im April mit 4,9 Prozent so stark anstieg wie seit drei Jahren nicht mehr. Dies schürt Erwartungen an eine mögliche Zinserhöhung der japanischen Zentralbank, was den Nikkei-Index um 1,3 Prozent fallen ließ. In China bleiben die Anleger vorsichtig und erwarten weitere Entwicklungen vom Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping.
Die Commerzbank plant einen Abbau von etwa 3.000 Stellen in Verbindung mit der zunehmenden Automatisierung durch KI. CEO Bettina Orlopp kündigte an, dass der Stellenabbau hauptsächlich externe Dienstleister betreffen solle und dass das Unternehmen sich gegen eine mögliche Übernahme von Unicredit wappne. Damit soll ein finanzieller Spielraum geschaffen werden, der die Wettbewerbsfähigkeit in einem sich wandelnden Markt sichern könnte.