Deutsche Industrieaufträge sinken im Januar um 11,1 Prozent gegenüber dem Vormonat

Deutsche Industrieaufträge sinken im Januar um 11,1 Prozent gegenüber dem Vormonat

März 9, 2026
1 min. lesezeit

Die deutsche Industrie hat einen unerwartet starken Rückgang der Aufträge verzeichnet. Im Januar sanken die Bestellungen um 11,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Minus von 4,5 Prozent gerechnet. Dies stellt den stärksten Rückgang der Industrieaufträge seit zwei Jahren dar, nachdem es im Dezember noch ein Plus von 6,4 Prozent gegeben hatte.

Die Analyse ergibt, dass insbesondere Großaufträge, die im Dezember zahlreich ausgesprochen wurden, einen verzerrenden Einfluss auf die Entwicklung der Auftragslage im Januar hatten. Bereinigt man die Zahlen um diese Großaufträge, ist der Rückgang im Neugeschäft mit nur 0,4 Prozent noch deutlich moderater. Im Dreimonatsvergleich zeigt sich ein Anstieg des Auftragseingangs um 7,4 Prozent, während ohne Berücksichtigung der Großaufträge lediglich 1,5 Prozent Minus zu verzeichnen ist.

Besonders stark ging die Nachfrage aus dem Inland zurück, die um 16,2 Prozent sank. Auch Aufträge aus dem Ausland erlitten einen Rückgang von insgesamt 7,1 Prozent, wobei sich die Bestellungen aus der Eurozone um 7,3 Prozent und aus dem Rest der Welt um 7,1 Prozent verringerten.

Ökonomen äußerten sich überrascht über den Ausmaß des Rückgangs. Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank, bezeichnete die aktuelle Situation als Schock, wenngleich er auf eine mögliche Normalisierung nach den starken Vormonaten hinweist. Das Bundeswirtschaftsministerium warnte zudem vor neuen Risiken, insbesondere durch die Konflikte im Nahen Osten sowie steigende Energiepreise, die sich negativ auf die Erholung der Industriekonjunktur auswirken könnten.

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