DIW prognostiziert Rezession in Deutschland für Frühjahr und Sommer 2026

DIW prognostiziert Rezession in Deutschland für Frühjahr und Sommer 2026

Juni 10, 2026
1 min. lesezeit

Die Ökonomen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) haben in ihrer aktuellen Konjunkturprognose eine bevorstehende Rezession in Deutschland für das Frühjahr und den Sommer 2026 signalisiert. Diese Einschätzung resultiert aus den Auswirkungen des Energiepreisschocks, der durch den Iran-Krieg ausgelöst wurde. Die Prognose deutet darauf hin, dass die Wirtschaftsleistung in den kommenden zwei Quartalen voraussichtlich leicht zurückgehen wird, was in ökonomischen Fachkreisen als technische Rezession klassifiziert wird, da dies zwei aufeinanderfolgende Quartale mit sinkendem Bruttoinlandsprodukt bedeutet.

Berechnungen des DIW zeigen, dass das Wachstum für das Gesamtjahr 2026 auf lediglich 0,5 Prozent gesenkt wurde, während für das darauffolgende Jahr ein Anstieg von 0,8 Prozent angenommen wird. Im März 2026 war man noch optimistischer gewesen und hatte für das laufende Jahr ein Wachstum von 1,0 Prozent prognostiziert. DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik wies darauf hin, dass die Stabilisierung der Wirtschaft bis zum Jahresende dank eines Finanzpakets der Bundesregierung erwartet wird. Sie betonte jedoch, dass die öffentliche Hand entscheidend dazu beiträgt, dass die Wirtschaft in diesem Jahr weiterhin wächst.

Die DIW-Ökonomen warnten zudem vor den Herausforderungen, die mit den steigenden Verteidigungsausgaben und einer nur langsamen Erholung des privaten Konsums einhergehen. Sie schätzen, dass der private Konsum sich nur zögerlich erholen wird, während die exportorientierte Industrie aufgrund struktureller Probleme und außenwirtschaftlicher Unsicherheiten nur langsam Fortschritte macht. Im schlimmsten Fall könnte die Wirtschaft im Jahr 2026 um rund 0,5 Prozent schrumpfen.

Ein zentraler Punkt in den Aussagen des DIW ist die Notwendigkeit einer zügigen und zielgenauen Verwendung der Gelder aus dem Sondervermögen, um den wirtschaftlichen Rückgang abzufedern. DIW-Präsident Marcel Fratzscher plädierte dafür, eine Energiekostenpauschale einzuführen, um insbesondere Menschen mit geringem Einkommen zu unterstützen und das Armutsrisiko zu verringern.

Die politischen Entscheidungsträger stehen vor der Herausforderung, mit diesen ökonomischen Entwicklungen umzugehen, da bereits eine Erhöhung des Staatsdefizits auf 3,9 Prozent im laufenden Jahr erwartet wird. Auch die Inflationsrate könnte mit 2,9 Prozent in diesem und 3,0 Prozent im kommenden Jahr deutlich über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank von zwei Prozent liegen.

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