Einzelhandel erwartet Umsatzimpulse durch Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland

Einzelhandel erwartet Umsatzimpulse durch Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland

Juni 10, 2026
1 min. lesezeit

Das Konsumklima in Deutschland erreicht einen Tiefpunkt. Laut dem Deutschen Handelsverband (HDE) ist die Kaufbereitschaft so schlecht wie zuletzt im Februar 2023. Der Einzelhandel und die Gastronomie setzen nun große Hoffnungen auf die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2026, in der Hoffnung auf einen sogenannten „WM-Effekt“, der die Verbraucher aus ihrer Zurückhaltung führen könnte. Diese positiven Erwartungen sind jedoch nicht ungeteilten Gewinnversprechungen.

Wolfgang Blatt, Besitzer eines Spielzeugladens in Mannheim, bringt es auf den Punkt: „Wenn die Stimmung steigt und die Euphorie, dann sind die Menschen lockerer.“ In seinem Geschäft hat er eine Vielzahl von Fanartikeln zur WM ausgestellt, in der Hoffnung, dass die Kauflaune während des Turniers angekurbelt wird. Der Einzelhandel ist auf Werbeaktionen und das sportliche Treiben angewiesen, um Umsatz zu generieren und die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu mildern.

Die deutsche Handelslandschaft wird laut verschiedenen Schätzungen mit einer insgesamt eher pessimistisch eingeschätzten Geschäftslage verglichen. Branchenkenner und Marketing-Experten weisen darauf hin, dass der Fußball nicht in der Lage sei, alle wirtschaftlichen Probleme zu lösen. Auch Carsten Brzeski, Volkswirt, macht deutlich, dass eine kurzzeitige Euphorie nicht den langfristigen Reformbedarf der Wirtschaft decken kann. Bereits im Jahr 2006, während des „Sommermärchens“, waren die positiven Effekte auf die Wirtschaft nur von kurzer Dauer.

Trotz der Herausforderungen des Konsumklimas gibt es auch direkt messbare Verkaufsimpulse vor der WM. Im Lebensmittelhandel wird optimistisch erwartet, dass Snacks und Getränke für die Heimspielzeiten gefragt sind. Aktuelle Umfragen zeigen, dass 85 Prozent der Deutschen planen, die Spiele auf der Couch zu verfolgen. Somit könnten gerade Supermärkte und Onlinehändler von einem erhöhten Einkauf vor und während der WM profitieren.

Die Gastronomie steht hingegen vor besonderen Herausforderungen durch späte Anstoßzeiten. Einige Betriebe haben bereits angekündigt, nur bestimmte Spiele zu zeigen oder mit modifizierten Öffnungszeiten zu operieren. Trotz der Bemühungen, die Spiele nach Möglichkeit zu übertragen, könnte die Gastronomie nur bedingt von der WM profitieren.

Die WM 2026 kann für viele Einzelhändler ein Hoffnungsschimmer sein, die von einer allgemeinen Verbesserung der Stimmung und damit einhergehenden Umsatzsteigerungen träumen. Dennoch bleibt abzuwarten, in welchem Maße die WM tatsächlich die Konsumlaune der Deutschen anheben kann.

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