Ermittler haben am 22. Juli 2026 die Büros der Deutschen Bank in Frankfurt am Main durchsucht. Der Hintergrund sind Ermittlungen zu möglichen rechtswidrigen Steuergeschäften, die sich auf die Postbank beziehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Düsseldorf wird vermutet, dass die Postbank in der Zeit von 2008 bis 2010 über 350 Millionen Euro an Steuern zu wenig gezahlt hat. Über 70 Staatsanwälte und Finanzermittler waren an den Durchsuchungen beteiligt.
Die Beschuldigten sind zehn ehemalige Verantwortliche der Postbank. Die Deutsche Bank wird nicht direkt beschuldigt, da sie die Postbank schrittweise ab 2009 übernahm, bis der vollständige Kauf und die rechtliche Verschmelzung 2018 abgeschlossen wurden. Aufgrund dieser Nachfolge wird die Deutsche Bank als rechtmäßiger Nachfolger der Postbank betrachtet.
Ein Sprecher der Deutschen Bank bestätigte, dass die Bank als Drittpartei durchsucht wurde und dass sie mit den Ermittlungsbehörden kooperiert. Die Staatsanwaltschaft stellte klar, dass sie im Rahmen ihrer Ermittlungen in Frankfurt und an mehreren Orten Aktivität zeigte, aber aus Gründen des Steuergeheimnisses keine weiteren Details bereitstellen kann.
Die Cum-Cum-Geschäfte, um die es geht, sind ein Steuervermeidungsmodell, bei dem Aktien rund um den Dividendenstichtag gehandelt wurden. Dies führte dazu, dass der Fiskus unter Umständen steuerliche Erstattungen bereitstellte, die nicht gerechtfertigt waren. Obwohl der Bundesfinanzhof bereits 2015 entschieden hatte, dass solche Geschäfte in bestimmter Form illegal sind, konnte die Rückführung erheblichen Geldbetrags aus diesen Praktiken bislang nur teilweise erfolgen.
Insgesamt wird der bundesweit geschätzte Schaden durch Cum-Cum-Geschäfte auf 7,3 Milliarden Euro beziffert, wobei einige Experten von weit höheren Beträgen ausgehen. Die öffentliche Wahrnehmung und die Rechtslage in Bezug auf diese Praktiken stehen noch am Anfang, während die Ermittler den Verstrickungen aus der Vergangenheit weiter nachgehen.