Wegen der wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs hat die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2026 erheblich gesenkt. In der am Donnerstag veröffentlichten Frühjahrsprognose wird ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um lediglich 0,6 Prozent erwartet. Diese deutliche Reduzierung spiegelt die negativen Auswirkungen der hohen Energiepreise wider, die infolge des Konflikts angestiegen sind.
Auch für die gesamte Europäische Union wird eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung prognostiziert. Die Wachstumsprognose wurde von 1,4 Prozent auf 1,1 Prozent gesenkt, während die Vorhersage für die Eurozone auf 0,9 Prozent reduziert wurde. Diese Anpassungen stehen im Kontext steigender Inflationserwartungen im Euroraum, die für 2026 auf drei Prozent angesetzt wird.
Die EU-Kommission hebt hervor, dass die EU-Wirtschaft besonders anfällig für den durch den Iran-Krieg verursachten Energieschock ist. Vor dem Konflikt wurde noch von moderaten Wachstumszahlen und einem Rückgang der Inflation ausgegangen. Der plötzliche Anstieg der Energiepreise hat jedoch die wirtschaftlichen Aktivitäten belastet und die Inflation in die Höhe getrieben.
Eine leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Lage wird ab 2027 erwartet, vorausgesetzt, die Situation auf den Energiemärkten stabilisiert sich bis dahin. Sowohl die Bundesregierung als auch andere wirtschaftliche Institutionen teilen ähnliche pessimistische Prognosen, die bereits vorher geäußert wurden. Die hohen Energiepreise und die geopolitischen Unsicherheiten stellen zentrale Herausforderungen dar, die den wirtschaftlichen Ausblick für Deutschland und die EU im weiteren Verlauf der kommenden Jahre prägen werden.